22/11/2025
Wer hätte gedacht, dass Gemüsereste, die normalerweise im Müll landen, eine zweite Chance bekommen können? Das Regrowing, oder das Nachziehen von Gemüse aus Küchenabfällen, ist nicht nur ein faszinierender Trend, sondern auch eine unglaublich nachhaltige und budgetfreundliche Methode, um frische Lebensmittel zu gewinnen. Anstatt Strunk und Co. wegzuwerfen, können Sie mit ein wenig Know-how und Geduld neues Leben einhauchen und Ihre eigene kleine Gemüsegärtnerei auf der Fensterbank oder im Garten starten.

- Was ist Regrowing eigentlich?
- Welche Gemüsesorten eignen sich für das Regrowing?
- Wie funktioniert Regrowing? – Zwei einfache Methoden
- Tipps für erfolgreiches Regrowing zu Hause
- Welche Ernte kann man beim Regrowing erwarten?
- Gemüse, die sich weniger gut für Regrowing eignen
- Fazit: Regrowing – Ein nachhaltiger Trend mit Spaßfaktor
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Regrowing
Was ist Regrowing eigentlich?
Regrowing, wörtlich übersetzt „wieder wachsen lassen“, beschreibt die Praxis, Gemüse aus den Teilen nachwachsen zu lassen, die üblicherweise als Abfallprodukt betrachtet werden. Anstatt beispielsweise den Strunk von Sellerie oder das Wurzelende von Lauchzwiebeln zu entsorgen, werden diese Reste genutzt, um neue Pflanzen zu ziehen. Dieses Prinzip basiert auf der vegetativen Vermehrung von Pflanzen, bei der sich Pflanzen asexuell vermehren und Klone der Mutterpflanze bilden können.

Welche Gemüsesorten eignen sich für das Regrowing?
Nicht jedes Gemüse eignet sich gleich gut für das Regrowing, aber eine überraschende Anzahl von Sorten lässt sich erfolgreich aus Küchenabfällen ziehen. Besonders einfach gelingt es bei:
- Blattgemüse: Salat (Romana, Pflücksalat), Staudensellerie, Pak Choi, Chinakohl, Mangold
- Lauchgewächse: Lauchzwiebeln, Porree (Lauch), Knoblauch, Gemüsezwiebeln
- Wurzelgemüse (für Grün): Karotten, Rote Bete, Rettich, Wurzelpetersilie, Rüben
- Kräuter: Basilikum, Minze, Zitronengras, Fenchel
- Weitere: Ingwer, Avocado (aus Kern)
Einige Gemüsesorten, die besonders anfängerfreundlich für das Regrowing sind, sind Lauchzwiebeln, Sellerie und Salat. Diese zeigen oft schnell Erfolge und sind relativ pflegeleicht.
Wie funktioniert Regrowing? – Zwei einfache Methoden
Es gibt im Wesentlichen zwei Hauptmethoden für das Regrowing: im Wasser und in der Erde. Beide Methoden sind unkompliziert und erfordern keine speziellen Vorkenntnisse.

Regrowing im Wasser
Diese Methode ist besonders gut geeignet für Blattgemüse und Lauchgewächse. So gehen Sie vor:
- Gemüsereste vorbereiten: Schneiden Sie den unteren Teil des Gemüses ab, etwa 2-5 cm oberhalb der Wurzeln oder des Strunkansatzes. Bei Salatköpfen den Strunk ca. 2-3 cm über dem Boden abschneiden.
- Ins Wasserbad stellen: Platzieren Sie die Gemüsereste mit der Schnittfläche nach oben in eine flache Schale oder ein Glas mit Wasser. Das Wasser sollte den Boden des Gemüses bedecken, aber nicht zu hoch reichen, um Fäulnis zu vermeiden. Bei Lauchgewächsen sollte das Wasser die Wurzeln bedecken, aber nicht den oberen Teil.
- Standort wählen: Stellen Sie das Gefäß an einen hellen, warmen Ort, idealerweise auf eine Fensterbank. Direkte Sonneneinstrahlung ist förderlich.
- Wasser wechseln: Wechseln Sie das Wasser alle 1-2 Tage, um es frisch zu halten und die Bildung von Bakterien und Schimmel zu verhindern.
- Wurzelbildung beobachten: Nach einigen Tagen bis Wochen (je nach Gemüsesorte) sollten sich erste Wurzeln und neue Triebe bilden.
Regrowing in Erde
Sobald die Gemüsereste Wurzeln gebildet haben oder wenn Sie von Anfang an auf Erde setzen möchten (wie bei Zwiebeln oder Ingwer empfohlen), gehen Sie wie folgt vor:
- Vorbereitung (optional): Für einige Gemüsesorten (z.B. Ingwer) kann es hilfreich sein, die Schnittfläche über Nacht trocknen zu lassen, bevor sie in die Erde gepflanzt werden.
- Einpflanzen in Erde: Pflanzen Sie die bewurzelten Gemüsereste oder die vorbereiteten Stücke in einen Topf mit Anzuchterde oder Blumenerde. Die Wurzeln und der untere Teil des Gemüses sollten mit Erde bedeckt sein, während der obere Teil, aus dem neue Triebe wachsen sollen, frei bleibt. Bei Zwiebeln und Knoblauch die Wurzelbasis ca. 2-3 cm tief in die Erde setzen.
- Gießen: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe.
- Standort: Stellen Sie die Töpfe an einen hellen und warmen Ort.
- Pflege: Düngen ist in der Regel nicht notwendig, da es beim Regrowing primär um das Nachziehen von Grün geht. Bei Bedarf können Sie jedoch einen organischen Flüssigdünger verwenden.
Tipps für erfolgreiches Regrowing zu Hause
- Gesunde Reste verwenden: Achten Sie darauf, dass die Gemüsereste, die Sie verwenden, frisch und gesund sind. Verwenden Sie keine faulen oder schimmeligen Reste.
- Licht und Wärme: Gemüse benötigt Licht und Wärme zum Wachsen. Ein heller Standort auf der Fensterbank ist ideal.
- Regelmäßiger Wasserwechsel: Frisches Wasser ist wichtig, um Fäulnis und Geruchsbildung zu vermeiden, besonders beim Regrowing im Wasser.
- Geduld haben: Regrowing braucht Zeit. Seien Sie geduldig und erwarten Sie nicht sofort riesige Ernten. Der Fokus liegt hier eher auf dem Prozess und der Nachhaltigkeit.
- Anzuchterde verwenden: Für das Einpflanzen in Erde ist Anzuchterde besonders gut geeignet, da sie nährstoffarm ist und die Wurzelbildung fördert.
Welche Ernte kann man beim Regrowing erwarten?
Die Erträge beim Regrowing sind in der Regel nicht mit dem Anbau im Gemüsegarten vergleichbar. Beim Regrowing geht es oft darum, das Grün von Gemüse nachzuziehen oder kleinere Mengen an Gemüse zu gewinnen.
- Blattgemüse: Hier können Sie neue Blätter und Stiele ernten. Es wächst jedoch kein komplett neuer Salatkopf nach. Die Blätter sind oft zarter und milder im Geschmack.
- Lauchgewächse: Hier wächst das sogenannte Lauchgrün nach, das Sie zum Würzen von Suppen und Gemüsegerichten verwenden können. Die Pflanze neigt dazu, zu blühen und Samen zu bilden, daher ist es ratsam, das Lauchgrün regelmäßig abzuschneiden.
- Wurzelgemüse: Bei Wurzelgemüse wie Karotten oder Rote Bete wächst hauptsächlich das Grün nach. Dieses ist essbar und kann in Salaten oder Smoothies verwendet werden. Die Wurzel selbst wächst in der Regel nicht mehr nach.
- Ingwer: Aus Ingwerresten können Sie neue Ingwerpflanzen ziehen, die über Jahre im Topf wachsen können. Sie können gelegentlich ein Stück der Wurzel ernten, während der Rest weiterwächst.
Gemüse, die sich weniger gut für Regrowing eignen
Nicht alle Gemüsesorten sind für das Regrowing geeignet. Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Auberginen und Kürbisse eignen sich nicht für das Regrowing aus Resten, da sie aus Blütenanlagen wachsen und für die Fruchtbildung eine Befruchtung benötigen. Brokkoli, Blumenkohl und Romanesco sind ebenfalls nicht geeignet, da es sich um Blütenstände handelt, die eher blühen als weiterwachsen.

Fazit: Regrowing – Ein nachhaltiger Trend mit Spaßfaktor
Regrowing ist eine wunderbare Möglichkeit, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, Geld zu sparen und gleichzeitig die Natur ein Stück näher kennenzulernen. Es ist ein spannendes Experiment, besonders auch für Kinder, um den Wachstumskreislauf von Pflanzen zu verstehen. Auch wenn die Erträge nicht riesig sind, der Spaß am Gärtnern und der nachhaltige Gedanke stehen beim Regrowing im Vordergrund. Probieren Sie es aus und entdecken Sie den Gärtner in sich! Es ist einfacher als Sie denken und macht garantiert Freude.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Regrowing
- Kann man Brokkoli für das Regrowing verwenden?
- Nein, Brokkoli eignet sich nicht für das Regrowing, da es sich um eine Blütenanlage handelt und eher blüht als weiterwächst.
- Wie pflanzt man Salat mit Wurzeln wieder ein?
- Schneiden Sie den Strunk des Salats ca. 2-3 cm über dem Boden ab und stellen Sie ihn in eine Schale mit Wasser. Sobald sich Wurzeln gebildet haben, können Sie den Salat in Erde einpflanzen.
- Welches Gemüse kann man nochmal einpflanzen?
- Besonders gut eignen sich Blattgemüse (Salat, Sellerie), Lauchgewächse (Lauchzwiebeln, Porree) und Wurzelgemüse (für das Grün). Eine detaillierte Liste finden Sie weiter oben im Artikel.
- Wie lange dauert es, bis Gemüse nachwächst?
- Das hängt von der Gemüsesorte und den Bedingungen ab. Lauchzwiebeln und Sellerie zeigen oft schon nach wenigen Tagen erste Triebe. Salat kann etwas länger dauern. Generell ist Geduld gefragt.
- Braucht man spezielle Erde für das Regrowing?
- Für das Einpflanzen in Erde ist Anzuchterde empfehlenswert, da sie nährstoffarm ist und die Wurzelbildung fördert. Normale Blumenerde ist aber auch geeignet.
