14/02/2026
Asien, der größte Kontinent der Erde, beheimatet eine immense Vielfalt an Pflanzen, die nicht nur die dortigen Ökosysteme prägen, sondern auch weltweit kultiviert und geschätzt werden. Zwei besonders interessante Pflanzengruppen, die in Asien eine lange Tradition im Anbau haben, sind die Kamelien und verschiedene Kräuter, insbesondere das Thai-Basilikum. Dieser Artikel beleuchtet diese faszinierenden Pflanzen genauer und gibt Einblicke in ihre Herkunft, Anbau und Verwendung.

Kamelien: Vielfalt und Schönheit Asiens
Die Kamelie (Camellia spp.) ist eine Pflanzengattung, die vor allem in Ostasien beheimatet ist. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Länder wie Bhutan, China, Indien, Indonesien, Japan, Nepal, Kambodscha, Korea, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam. Diese immergrünen Sträucher oder kleinen Bäume stammen ursprünglich aus den Bergregionen Südost- und Ostasiens und zeichnen sich durch ihre üppigen, oft farbenprächtigen Blüten aus.
Arten und Sortenreichtum
Die Gattung Camellia umfasst über 220 Arten und eine beeindruckende Anzahl von über 30.000 verschiedenen Sorten. Die meisten dieser Kultursorten gehen auf die Japanische Kamelie (Camellia japonica) zurück, aber auch Hybriden sind weit verbreitet. Kamelien sind bekannt für ihre wechselständigen, elliptischen Blätter mit einem gezähnten Rand. Die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite hellgrün. Die Blüten, die meist einzeln stehen, sind zwittrig und besitzen auffällige gelbe Staubgefäße im Zentrum. Je nach Sorte können die Blüten stark duften und einen Durchmesser von bis zu 15 cm erreichen. Im Herbst entwickeln sich in holzigen Kapseln große, ölhaltige Samen.
Die Japanische Kamelie (Camellia japonica) ist die bekannteste Wildart und wurde bereits 1753 von Carl von Linné erstmals beschrieben. Benannt wurde sie nach Georg Joseph Kamel, einem mährisch-österreichischen Jesuitenpater und Naturkundler, der die Pflanzenwelt der Philippinen erforschte. Bei den Kultursorten der Camellia japonica gibt es eine große Vielfalt an Blütenformen, von einfachen über halbgefüllte und gefüllte bis hin zu päonien- oder anemonenförmigen Blüten. Auch die Farbpalette ist breit gefächert und reicht von Weiß über Rosa und Rot bis hin zu mehrfarbigen Varianten.
Eine weitere wichtige Art ist die Herbstblühende Kamelie (Camellia sasanqua), die ebenfalls aus Japan stammt und von September bis November blüht. Auch von dieser Art gibt es zahlreiche Kultursorten, die sich durch ihre späte Blütezeit auszeichnen.
Die Kamelie in Europa und der Wilhelma Stuttgart
Die ersten Kamelien gelangten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Europa. Auch König Wilhelm I. von Württemberg war von der Schönheit dieser Pflanzen fasziniert und beauftragte 1845 seinen Hofgärtner mit der Beschaffung von 200 Kamelien für die Wilhelma, die 1846 als zoologisch-botanischer Garten eröffnet wurde. So begleiten Kamelien die Geschichte der Wilhelma von Anfang an. Heute werden in der Wilhelma 20 Kamelienarten und 150 Sorten gepflegt. Besonders wertvoll sind 23 Exemplare, die noch aus königlicher Zeit stammen und somit nicht nur botanisch, sondern auch historisch bedeutsam sind. Jedes Jahr im Februar wird die Kameliensammlung in der Historischen Gewächshauszeile der Wilhelma präsentiert und zieht zahlreiche Besucher an.
Anbau und Pflege von Kamelien
In Mitteleuropa gedeihen die Gartenformen der Kamelien am besten als Kübelpflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon, da sie ein saures Substrat bevorzugen. In milderen Regionen können einige Sorten auch im Garten ausgepflanzt werden. Für kältere Regionen eignen sich besonders die Camellia Oleifera-Hybriden, die mit etwas Winterschutz Temperaturen bis zu -20 Grad Celsius überstehen können. Viele Kameliensorten sind jedoch nicht vollständig winterhart und benötigen Schutz vor strengem Frost. Kamelien bevorzugen einen halbschattigen Standort und einen humosen, gut durchlässigen Boden. Regelmäßiges Gießen und Düngen während der Wachstumsperiode fördert die Blütenbildung.
Asiatische Kräuter: Aromenvielfalt für die Küche
Neben den Zierpflanzen spielen auch Kräuter eine wichtige Rolle in der asiatischen Pflanzenwelt und insbesondere in der Küche. Eine Vielzahl von aromatischen Kräutern wird in Asien angebaut und in der traditionellen Küche verwendet. Ein besonders bekanntes Beispiel ist das Thai-Basilikum, das in vielen Ländern Südostasiens, insbesondere in Thailand, Laos und Vietnam, eine zentrale Rolle spielt.
Thai-Basilikum und seine Sorten
Das Thai-Basilikum unterscheidet sich geschmacklich deutlich von dem in Europa bekannten Basilikum (Ocimum basilicum). Obwohl die Blätter dem europäischen Basilikum ähneln, ist der Duft und das Aroma des Thai-Basilikums einzigartig. Es gibt verschiedene Sorten des Thai-Basilikums, von denen drei besonders hervorzuheben sind:
- Horapa (Süßes Thai-Basilikum): Dies ist die bekannteste und typischste Sorte für die asiatische Küche. Horapa zeichnet sich durch einen anisartigen, leicht lakritzartigen Geschmack aus und wird häufig in Currys, Suppen und Salaten verwendet.
- Maenglak (Zitronenbasilikum):Maenglak, auch Zitronenbasilikum genannt, hat ein frisches, zitroniges Aroma und wird oft in thailändischen Salaten und leichten Gerichten verwendet.
- Krapao (Heiliges Basilikum oder Holy Basil):Krapao, auch bekannt als Holy Basil, hat einen würzigen, pfeffrigen Geschmack mit einer leichten Schärfe. Es ist ein wichtiger Bestandteil des thailändischen Gerichts Pad Krapao und wird auch in anderen herzhaften Gerichten verwendet.
Verwendung von Thai-Basilikum in der Küche
Thai-Basilikum ist ein vielseitiges Kraut, das in der asiatischen Küche auf vielfältige Weise eingesetzt wird. Es verleiht Gerichten ein frisches, aromatisches Aroma und wird sowohl frisch als auch gekocht verwendet. Horapa eignet sich besonders gut für Currys, Suppen, Nudelgerichte und Salate. Maenglak mit seinem zitronigen Aroma passt gut zu Salaten, Fisch und Meeresfrüchten. Krapao mit seinem würzigen Geschmack ist ideal für scharfe Gerichte und Wok-Gerichte.
Fazit
Die Pflanzenwelt Asiens ist reich und vielfältig. Kamelien mit ihrer Blütenpracht und das Thai-Basilikum mit seinem einzigartigen Aroma sind nur zwei Beispiele für die faszinierenden Pflanzen, die in Asien beheimatet sind und weltweit geschätzt werden. Ob als Zierpflanzen im Garten oder als aromatische Zutat in der Küche – asiatische Pflanzen bereichern unser Leben auf vielfältige Weise.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Woher stammen Kamelien ursprünglich?
- Kamelien stammen ursprünglich aus den Bergregionen Südost- und Ostasiens.
- Welche Kamelienart wird zur Teeherstellung verwendet?
- Für die Teeherstellung wird die Chinesische Kamelie (Camellia sinensis) verwendet.
- Welche Sorten von Thai-Basilikum gibt es?
- Die bekanntesten Sorten von Thai-Basilikum sind Horapa (Süßes Thai-Basilikum), Maenglak (Zitronenbasilikum) und Krapao (Heiliges Basilikum).
- Sind Kamelien winterhart?
- Viele Kameliensorten sind nicht vollständig winterhart und benötigen Schutz vor strengem Frost. Es gibt jedoch winterhärtere Sorten wie die Camellia Oleifera-Hybriden.
- Wo kann man Kamelien in Deutschland bewundern?
- Eine bedeutende Kameliensammlung gibt es in der Wilhelma Stuttgart, wo auch historische Exemplare aus königlicher Zeit zu sehen sind.
