Samen-Arche: Bewahrung der Pflanzenvielfalt

03/01/2026

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In einer Welt, die zunehmend von Klimawandel, Naturkatastrophen und dem Verlust der biologischen Vielfalt bedroht ist, gewinnen Initiativen zur Erhaltung unserer pflanzlichen Ressourcen immer mehr an Bedeutung. Zwei herausragende Beispiele für solche Bemühungen sind die Svalbard Globale Saatgutbank, oft als "Noah's Arche" der Pflanzenwelt bezeichnet, und das Arche Noah Sortenarchiv. Beide Institutionen verfolgen das Ziel, die Vielfalt der Kulturpflanzen zu bewahren und für zukünftige Generationen zu sichern. Doch wo genau befinden sich diese wichtigen Schatzkammern der Pflanzenwelt und was unterscheidet sie?

Inhaltsverzeichnis

Die Svalbard Globale Saatgutbank: Ein Tresor für die Ewigkeit

Die Svalbard Globale Saatgutbank, international bekannt als "Svalbard Global Seed Vault", liegt auf der abgelegenen norwegischen Inselgruppe Spitzbergen (Svalbard), etwa 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt. Diese extreme nördliche Lage wurde bewusst gewählt. Die Kälte des arktischen Klimas und die natürliche Permafrostumgebung bieten ideale Bedingungen für die langfristige Lagerung von Saatgut. Zusätzlich ist der Tresor tief in einen Berg hineingebaut, um ihn vor äußeren Einflüssen wie Erdbeben oder sogar Atomangriffen zu schützen. Der Standort Spitzbergen, weit entfernt von politischen Unruhen und Konflikten, trägt zusätzlich zur Sicherheit der wertvollen Sammlung bei.

Wo ist die Saat-Arche?
Der Global Seed Vault, auch als „Arche Noah“ der Nahrungspflanzen bezeichnet, befindet sich tief im Inneren eines Berges auf Spitzbergen, einer abgelegenen arktischen Insel in einem norwegischen Archipel, und verfügt über eine Lagerkapazität von bis zu 4,5 Milliarden Samen.

Zweck und Funktion der globalen Saatgutbank

Die Svalbard Globale Saatgutbank wurde im Jahr 2008 eröffnet und feierte kürzlich ihr 10-jähriges Jubiläum, wobei sie bereits über eine Million verschiedene Saatgutmuster eingelagert hat. Ihr Hauptziel ist es, eine "Ausfallsichere" Saatgutlagerstätte zu schaffen, die dem Test der Zeit und den Herausforderungen durch natürliche oder vom Menschen verursachte Katastrophen standhält. Sie dient als eine Art Backup für die weltweit existierenden Genbanken. Weltweit gibt es rund 1700 Genbanken, die Sammlungen von Nahrungspflanzen sichern. Viele dieser Einrichtungen sind jedoch Risiken wie Naturkatastrophen, Kriegen oder technischen Ausfällen ausgesetzt. Die Saatgutbank in Svalbard bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene, um die globale Nahrungsmittelvielfalt langfristig zu schützen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Saatgutbank in Svalbard keine Genbank im herkömmlichen Sinne ist. Sie ist eher ein Tresor oder eine Bibliothek. Die eingelagerten Samen gehören weiterhin den jeweiligen Herkunftsstaaten und Institutionen, die sie hinterlegt haben. Diese können ihre Samen jederzeit wieder abrufen, beispielsweise um lokale Sorten nach Naturkatastrophen oder Kriegen wieder anzubauen, wie es im Fall von syrischen Getreidesorten nach den Kämpfen in Aleppo geschehen ist.

Was ist das Arche Noah Sortenarchiv?
Das ARCHE NOAH Samenarchiv (früher Sortenarchiv) geht auf die 1980er Jahre zurück. Grundstock war eine von ARCHE NOAH Pionierin Nancy Arrowsmith begonnene Sammlung an samenfesten, gefährdeten Kulturpflanzensorten. Die Sammlung wuchs rasch, unter anderem durch regen Austausch mit der Genbank in Gatersleben.

Eine Million Sorten – Ein Meilenstein für die Pflanzenvielfalt

Mit der Einlagerung von über 76.000 neuen Saatgutproben zum 10-jährigen Jubiläum erreichte die Svalbard Globale Saatgutbank einen beeindruckenden Meilenstein: Mehr als eine Million verschiedene Kulturpflanzensorten sind nun in dem arktischen Tresor sicher verwahrt. Zu den jüngsten Einlieferungen gehören vielfältige Nutzpflanzen wie Augenbohnen, Erdnüsse und seltene estnische Zwiebelkartoffeln. Dieser Erfolg unterstreicht die globale Bedeutung der Saatgutbank für die Erhaltung der Agrobiodiversität.

Das Arche Noah Sortenarchiv: Vielfalt vor der Haustür

Das Arche Noah Sortenarchiv hingegen ist ein Projekt des Vereins ARCHE NOAH, einer österreichischen Organisation, die sich dem Erhalt der Vielfalt alter und seltener Kulturpflanzen verschrieben hat. Im Gegensatz zur global ausgerichteten Saatgutbank in Svalbard konzentriert sich ARCHE NOAH auf die regionale Vielfalt, insbesondere in Mittel- und Südosteuropa. Das Herzstück von ARCHE NOAH ist das Samenarchiv, das einen Schatz von über 5.500 verschiedenen Kulturpflanzensorten birgt.

Die Sammlung und ihre Aufgaben

Die Sammlung des Arche Noah Sortenarchivs umfasst Samen, Zwiebeln und Knollen von rund 5.500 verschiedenen Herkünften und ist damit eine der größten privaten Kulturpflanzen-Samenbanken in Europa. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gemüsesorten, aber auch Getreide, Hackfrüchte, Kräuter, Faser- und Färbepflanzen sowie Zierpflanzen sind vertreten. Viele der Sorten stammen aus Mittel- und Südosteuropa und sind oft Landsorten, die über Generationen in bestimmten Regionen oder auf einzelnen Höfen weitervermehrt und gepflegt wurden.

Was ist eine Arche-Pflanze?
Heilpflanzen werden weltweit zur Behandlung verschiedener Leiden eingesetzt. Die Ark-Pflanze mit ihren weißen Blüten ist eine hochwertige Sorte und wird als Calotropis procera bezeichnet. In Indien kommt sie von Rajasthan über Assam bis Kanyakumari bis zu einer Höhe von 1050 Metern vor.

Die Aufgaben des Arche Noah Sortenarchivs sind vielfältig und gehen über die reine Lagerung von Saatgut hinaus. Dazu gehören:

  • Absicherung gefährdeter Kulturpflanzen: Das Archiv bewahrt ca. 5.500 gefährdete Kulturpflanzensorten vor dem Aussterben.
  • Lebendiges Erhalten: Durch sachgerechte Lagerung und periodische Vermehrung wird das Saatgut lebendig erhalten und seine Keimfähigkeit gesichert.
  • Sortendokumentation: Die Sorten werden dokumentiert und beschrieben, um ihr Wissen und ihre Eigenschaften für die Zukunft festzuhalten.
  • Verfügbarmachung von Saatgut und Wissen: ARCHE NOAH macht das Saatgut und das Wissen über alte Sorten für Interessierte zugänglich, um die Nutzung und Verbreitung dieser Sorten zu fördern.

Entstehung und Entwicklung des Sortenarchivs

Das Arche Noah Samenarchiv geht auf die 1980er Jahre zurück und begann mit einer Sammlung samenfesten, gefährdeten Kulturpflanzensorten, die von ARCHE NOAH Pionierin Nancy Arrowsmith initiiert wurde. Die Sammlung wuchs rasch durch regen Austausch mit Genbanken und durch die Beiträge von ARCHE NOAH Mitgliedern. Sammelreisen, wie beispielsweise nach Kroatien in den 1990er Jahren, erweiterten das Archiv um wertvolle Lokalsorten.

Herausforderungen und Ausblick

Das Arche Noah Samenarchiv steht vor ständigen Herausforderungen. Die Bewahrung tausender Sorten für kommende Generationen ist eine große Verantwortung. Um das Ziel "Erhaltung durch Nutzung" zu erreichen, setzt sich ARCHE NOAH für die gezielte Erhaltungszüchtung alter Sorten ein, um sie zu verbessern und nutzungsrelevante Beschreibungen und Evaluierungen zu intensivieren. Die Förderung des Wissens und der Praxis der eigenen Samenvermehrung ist ein weiterer wichtiger Aspekt, um noch mehr Menschen an der lebendigen Sortenerhaltung zu beteiligen. Das Zusammenspiel einer zentralen Sammlung mit einem dezentralen Netzwerk von Erhaltern ist eine große Stärke von ARCHE NOAH, die in Zukunft weiter ausgebaut werden soll.

Wo ist die Saat-Arche?
Der Global Seed Vault, auch als „Arche Noah“ der Nahrungspflanzen bezeichnet, befindet sich tief im Inneren eines Berges auf Spitzbergen, einer abgelegenen arktischen Insel in einem norwegischen Archipel, und verfügt über eine Lagerkapazität von bis zu 4,5 Milliarden Samen.

Vergleich: Svalbard vs. Arche Noah

Obwohl beide Institutionen dem gleichen Ziel dienen – der Erhaltung der Pflanzenvielfalt – gibt es wesentliche Unterschiede zwischen der Svalbard Globalen Saatgutbank und dem Arche Noah Sortenarchiv:

MerkmalSvalbard Globale SaatgutbankArche Noah Sortenarchiv
Geografischer FokusGlobalRegional (Mittel- und Südosteuropa)
SammlungsumfangÜber 1 Million SortenÜber 5.500 Sorten
Art der SammlungBackup für globale GenbankenEigene Sammlung gefährdeter Sorten
Zugang zum SaatgutNur für Hinterleger (Genbanken, Staaten)Für Mitglieder und Interessierte zugänglich
ZweckGlobale Sicherheit der NahrungspflanzenvielfaltErhaltung und Nutzung regionaler und alter Sorten
TrägerschaftNorwegische Regierung (in Zusammenarbeit mit dem Global Crop Diversity Trust)Verein ARCHE NOAH (private Organisation)

Warum sind Saatgutbanken so wichtig?

Saatgutbanken wie die Svalbard Globale Saatgutbank und das Arche Noah Sortenarchiv spielen eine entscheidende Rolle für die Zukunft unserer Ernährung und der biologischen Vielfalt. Sie sichern die genetische Vielfalt von Kulturpflanzen, die für die Anpassung an den Klimawandel, die Entwicklung neuer Sorten und die Sicherstellung der Welternährung unerlässlich ist. Der Verlust der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft ist eine wachsende Bedrohung. Viele alte und regionale Sorten verschwinden, weil sie nicht mehr kommerziell angebaut werden. Saatgutbanken tragen dazu bei, dieses wertvolle Erbe zu bewahren und für zukünftige Generationen zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine Saatgutbank?
Eine Saatgutbank ist eine Einrichtung, in der Samen von Pflanzen, insbesondere Kulturpflanzen, unter kontrollierten Bedingungen gelagert werden, um ihre Keimfähigkeit und genetische Integrität langfristig zu erhalten. Sie dienen der Bewahrung der Pflanzenvielfalt und der Sicherung der Nahrungsmittelproduktion.
Wo genau liegt die Svalbard Globale Saatgutbank?
Die Svalbard Globale Saatgutbank liegt auf der Insel Spitzbergen (Svalbard), einer norwegischen Inselgruppe in der Arktis, etwa 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt.
Was ist das Arche Noah Sortenarchiv?
Das Arche Noah Sortenarchiv ist das Samenarchiv des österreichischen Vereins ARCHE NOAH. Es ist eine der größten privaten Kulturpflanzen-Samenbanken in Europa und konzentriert sich auf die Erhaltung und Nutzung alter und seltener Kulturpflanzensorten, insbesondere aus Mittel- und Südosteuropa.
Wem gehören die Samen in der Svalbard Saatgutbank?
Die Samen in der Svalbard Saatgutbank gehören weiterhin den jeweiligen Herkunftsstaaten und Institutionen, die sie eingelagert haben. Sie können ihre Samen jederzeit wieder abrufen.
Warum sind Saatgutbanken notwendig?
Saatgutbanken sind notwendig, um die genetische Vielfalt von Kulturpflanzen zu bewahren, die durch den Klimawandel, Naturkatastrophen, Krankheiten und den Verlust traditioneller Anbaumethoden bedroht ist. Sie sichern die Grundlage für die zukünftige Nahrungsmittelproduktion und die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft.

Fazit

Sowohl die Svalbard Globale Saatgutbank als auch das Arche Noah Sortenarchiv sind von unschätzbarem Wert für die Erhaltung unserer pflanzlichen Ressourcen. Die globale Saatgutbank in Spitzbergen bietet eine ultimative Sicherheitsmaßnahme für die globale Nahrungspflanzenvielfalt, während das Arche Noah Sortenarchiv einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und Nutzung der regionalen Vielfalt leistet. Beide Institutionen, jede auf ihre Weise, tragen dazu bei, die Pflanzenvielfalt für zukünftige Generationen zu sichern und die Grundlage für eine nachhaltige und widerstandsfähige Landwirtschaft zu schaffen. Indem sie die Vergangenheit bewahren, sichern sie die Zukunft unserer Ernährung.

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