Welche Pflanzen gibt es im Süßwasser?

Zimmerpflanzen im Aquarium: Natürliche Wasserreinigung

25/06/2021

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Haben Sie sich jemals gefragt, ob Sie Ihre geliebten Zimmerpflanzen auch in Ihrem Aquarium verwenden können? Die Antwort lautet: Ja, absolut! Nicht nur, dass es eine faszinierende und natürliche Ergänzung für Ihr Unterwasserparadies sein kann, sondern es bietet auch eine Reihe von Vorteilen für die Wasserqualität und das ökologische Gleichgewicht Ihres Aquariums. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Zimmerpflanzen im Aquarium ein und zeigen Ihnen, wie Sie diesen einfachen Trick nutzen können, um Ihr Aquarium sauberer und gesünder zu gestalten.

Warum Aquarienwasser ideal für Pflanzen ist

Für Pflanzenliebhaber ist das Kürzel NPK kein Fremdwort. Es steht für Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) – die drei wichtigsten Makronährstoffe, die Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen. Und wo finden sich diese Nährstoffe in Hülle und Fülle? Richtig, im Aquarienwasser! Abfallprodukte von Fischen und anderen Aquarienbewohnern, wie zum Beispiel Kot, zersetzen sich und setzen Phosphate (Phosphor) und Stickstoffverbindungen wie Nitrat frei. Diese Stoffe, oft als unerwünschte Nebenprodukte im Aquarium angesehen, sind in Wahrheit wertvolle Pflanzennahrung. Pflanzen nutzen Nitrat, um Aminosäuren aufzubauen, die wiederum in Proteine umgewandelt werden – die essentiellen „Bausteine“ des Pflanzenlebens. Ein gut besetztes Aquarium produziert in der Regel ausreichend Phosphor und Stickstoff, um das Wachstum von Pflanzen optimal zu unterstützen. Es ist ein perfekter Kreislauf der Natur, bei dem das „Abfallprodukt“ des einen zum Lebenselixier des anderen wird.

Kann man einfach Pflanzen in ein Aquarium setzen?
Nun, technisch gesehen kann fast jede Zimmerpflanze in einem Aquarium verwendet werden, solange nur ihre Wurzeln oder der untere Stamm unter Wasser sind .

Die Vorteile von emersen Pflanzen im Aquarium

Der Anbau von Pflanzen über der Wasseroberfläche, auch als emerses Wachstum bekannt, bietet im Vergleich zu vollständig untergetauchten Wasserpflanzen bemerkenswerte Vorteile. Einer der Hauptgründe dafür ist der freie Zugang zu Kohlendioxid (CO2) aus der Luft. Im Gegensatz zu Wasserpflanzen, die auf das im Wasser gelöste oder künstlich zugeführte CO2 angewiesen sind, können emers wachsende Pflanzen CO2 in viel höheren Konzentrationen aufnehmen. CO2 ist ein essentieller Bestandteil der Photosynthese, dem Prozess, bei dem Pflanzen Lichtenergie nutzen, um aus CO2 und Wasser Zucker und Sauerstoff zu produzieren. Je mehr CO2 eine Pflanze aufnehmen kann, desto effizienter kann sie wachsen. Und je effizienter die Pflanzen wachsen, desto besser können sie Nährstoffe aus dem Aquarienwasser aufnehmen und somit zur natürlichen Filterung beitragen. Sie agieren wie kleine, grüne Kläranlagen, die überschüssige Nährstoffe eliminieren und so die Wasserqualität verbessern. Dies führt zu einem klareren Aquarium, weniger Algenwachstum und einem gesünderen Lebensraum für Ihre Fische und andere Aquarienbewohner.

Geeignete Zimmerpflanzen für Ihr Aquarium

Die gute Nachricht ist, dass die Auswahl an Zimmerpflanzen, die Sie in Ihrem Aquarium verwenden können, überraschend groß ist. Grundsätzlich sind fast alle Zimmerpflanzen geeignet, solange nur ihre Wurzeln oder der untere Teil des Stängels im Wasser eingetaucht sind. Sumpfpflanzen, die natürlicherweise in Feuchtgebieten wachsen, sind besonders prädestiniert für diese Anwendung. Dazu gehören beispielsweise Glücksbambus (Dracaena Sanderiana), Syngonium (auch bekannt als Pfeilblatt) und Friedenslilien. Viele Aquarianer haben jedoch auch mit anderen beliebten Zimmerpflanzenarten positive Erfahrungen gemacht, darunter:

  • Efeutute (Epipremnum aureum, auch bekannt als Pothos oder Devil’s Ivy): Eine extrem robuste und pflegeleichte Pflanze, die sich hervorragend für Aquarien eignet und sehr effektiv Nitrat abbaut.
  • Philodendron: Ähnlich wie Efeutute, sehr anpassungsfähig und in vielen Sorten erhältlich.
  • Glücksbambus (Dracaena Sanderiana): Trotz des Namens kein echter Bambus, sondern eine Dracaena-Art, die in Wasser und Erde gleichermaßen gut wächst.
  • Syngonium (Pfeilblatt): Attraktive Blattformen und Farben, relativ pflegeleicht.
  • Friedenslilie (Spathiphyllum): Elegante, weiße Blüten, verträgt feuchte Bedingungen gut, aber die Blüten sollten nicht ins Wasser fallen.
  • Aluminiumpflanze (Pilea cadierei): Interessante Blattmuster, wächst gut emers.
  • Hoya (Wachsblume): Verschiedene Arten, wie Hoya Krimson Queen und Hoya Krimson Princess, sind geeignet.
  • Aglaonema (Kolbenfaden): Dekorative Blätter, robust und pflegeleicht.
  • Thai-Basilikum: Ja, sogar Kräuter können im Aquarium wachsen! Thai-Basilikum ist ein überraschend guter Kandidat.

Diese Liste ist keineswegs vollständig. Das Prinzip dahinter ist im Grunde Aquaponik im Kleinformat. Sie nutzen Ihr Aquarium als Nährstoffquelle, um Pflanzen zu ziehen. Mit etwas Kreativität könnten Sie sogar einen kleinen Kräutergarten oder Gemüsegarten über Ihrem Aquarium anlegen! Viele Zimmerpflanzenliebhaber nutzen Wasser, um ihre Pflanzen zu vermehren. Die Bewurzelung in Wasser ist relativ einfach und funktioniert bei den meisten der genannten Arten ausgezeichnet.

Methoden zum Einsetzen von Zimmerpflanzen in Ihr Aquarium

Es gibt verschiedene kreative und einfache Methoden, um Zimmerpflanzen in Ihrem Aquarium zu integrieren. Hier sind einige beliebte Optionen:

1. Hang-On-Back (HOB) Filter

Die einfachste und gängigste Methode ist, die Pflanzen direkt aus Ihrem Hang-On-Back Filter wachsen zu lassen. Nehmen Sie den Deckel des Filters ab und platzieren Sie die Wurzeln der Pflanze im Wasser. Das Filtermaterial dient dabei als Stütze für die Pflanze. Sie können auch einen Teil des Filtermaterials durch LECA-Tonkugeln (Blähton) ersetzen. LECA ist ein beliebtes Medium in der Hydroponik und vergrößert die Oberfläche für nützliche Bakterien, ähnlich wie andere Aquarienfiltermedien. Es gibt sogar spezielle Filter wie den Elive Aqua-Duo Dual Purpose Aquarium Filter, der speziell für das Pflanzenwachstum entwickelt wurde und LECA-Tonkugeln enthält.

2. Pflanzenhalter

Innovative Pflanzenhalter, die am Rand des Aquariums befestigt werden, sind eine elegante Lösung. Die Pflanzen erhalten ausreichend Licht, und ihre Wurzeln können frei ins Wasser wachsen. Sie sind einfach zu installieren und zu handhaben, ohne das Unterwasserökosystem zu stören, was besonders bei der routinemäßigen Wartung praktisch ist. Diese Halter sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, von einfachen Körben bis hin zu hängenden Varianten.

3. Fisch-Aufzuchtboxen

Acryl-Fisch-Aufzuchtboxen mit Saugnäpfen können als Körbe verwendet werden, um Pflanzsubstrat aufzunehmen und Ihre Pflanzen darin zu platzieren. Hang-On-Back Aufzuchtboxen, wie die Fluval Hang On Breeder Box, sind eine großartige Option, wenn Sie Ihr Aquarium nicht überladen möchten. Es gibt sie auch in größeren Größen mit mehreren Kammern, die sogar als zusätzliches Mini-Filterbecken dienen können.

4. Luftschlauch-Saugnäpfe

Eine weitere einfache Methode ist die Verwendung von Luftschlauch-Saugnäpfen. Wenn der Stängel der Pflanze dick genug ist, können Sie ihn einfach zwischen die Halterungen klemmen. Andernfalls können Sie ähnliche Saugnäpfe mit Kabelbindern verwenden, um die Pflanze zu befestigen.

5. Glas-Pflanzgefäße

Kleine Glas-Pflanzgefäße mit Saugnäpfen können an der Aquarienwand befestigt werden und halten die Pflanze sicher über Wasser. Diese sind besonders dekorativ und eignen sich gut für kleinere Pflanzen oder Stecklinge.

6. Eiergitter

Ein Eiergitter, das mit einem Seitenschneider auf die Größe Ihres Aquariums zugeschnitten wird, ist eine einfache und kostengünstige Lösung. Legen Sie das Gitter auf das Aquarium und lassen Sie die Wurzeln der Pflanzen durch die Öffnungen ins Wasser hängen.

Vermehrung und Bewurzelung von Zimmerpflanzen im Aquarium

Die Vermehrung von Zimmerpflanzen in Aquarienwasser ist denkbar einfach:

  1. Auswahl des Stecklings: Suchen Sie an der Mutterpflanze nach einem geeigneten Trieb. Viele Pflanzen, die in Wasser wurzeln können, haben sogenannte Wurzelknoten (Nodien).
  2. Schneiden des Stecklings: Sterilisieren Sie Ihre Schere oder Ihr Messer. Schneiden Sie den Stängel direkt unterhalb eines Knotens ab, etwa 0,5 cm unterhalb des Knotens, mit einem sauberen, scharfen Werkzeug.
  3. Einsetzen ins Aquarium: Tauchen Sie nur das untere Ende des Stecklings ins Aquarienwasser. Achten Sie darauf, dass die Blätter nicht unter Wasser sind.
  4. Wurzelbildung abwarten: Normalerweise muss man bei der Vermehrung in Wasser das Wasser alle zwei Tage wechseln, um es frisch zu halten und Fäulnis zu vermeiden. Im Aquarium ist dies jedoch in der Regel nicht notwendig, da das Wasser gefiltert und mit Sauerstoff angereichert wird. Die Stecklinge sollten innerhalb weniger Wochen Wurzeln bilden.

Paludarium-ähnliche Aquarien

Paludarien stellen eine faszinierende Kombination aus Land- und Wasserlebensräumen dar und schaffen ein üppiges Ökosystem in einem einzigen Behälter. Sie erfreuen sich in der Aquascaping-Community zunehmender Beliebtheit. Viele Aquarianer integrieren Landpflanzen auf dem emersen Teil von Wurzelholz und Steinen oder gestalten einen Hügel aus Aquariensubstrat, wodurch traditionelle Wasserpflanzen in eine emers wachsende Form übergehen können, wenn sie die Wasserlinie überschreiten. Paludarien bieten Hobbyisten eine einzigartige Möglichkeit, das komplexe Zusammenspiel von Land und Wasser in der Natur nachzubilden und die Grenzen des traditionellen Aquascapings zu erweitern. Es gibt zahlreiche Anleitungen zum Aufbau von Paludarien. Bekannte Aquaristik-YouTuber wie SerpaDesign haben viele Videos zum Thema Paludarien und Riparien veröffentlicht.

Ich hoffe, dieser Artikel hat Sie dazu inspiriert, Zimmerpflanzen in Ihr Aquarium zu integrieren! Es ist eine einfache, natürliche und effektive Methode, um Ihr Aquarium zu verschönern und die Wasserqualität zu verbessern. Probieren Sie es aus und beobachten Sie die positiven Veränderungen in Ihrem Unterwasserreich!

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