Wann fallen die Äpfel vom Baum?

Äpfel richtig pflücken: So gelingt die Ernte!

28/09/2024

Rating: 4.32 (1055 votes)

Die Apfelernte ist für viele Gartenbesitzer ein Höhepunkt des Jahres. Frische, knackige Äpfel direkt vom Baum zu pflücken und zu genießen, ist ein unvergleichliches Erlebnis. Doch damit die Ernte auch wirklich erfolgreich und die Äpfel lange haltbar sind, gibt es einiges zu beachten. Dieser Artikel gibt Ihnen wertvolle Tipps rund um das Thema Apfelernte, vom richtigen Zeitpunkt bis zur schonenden Pflücktechnik und den Ursachen für vorzeitigen Apfelfall.

Wie pflücken man Äpfel vom Baum?
Äpfel pflücken: Das Wichtigste in Kürze Pflücken Sie Äpfel bei trockener Witterung einzeln vom Baum. Heben Sie die Früchte an und drehen Sie sie leicht vom Zweig. Lösen sich die Äpfel, sind sie ausgereift und bereit für die Ernte. Achten Sie darauf, dass der Stiel dabei am Apfel bleibt – so ist er länger haltbar.
Inhaltsverzeichnis

Der optimale Zeitpunkt für die Apfelernte

Der richtige Zeitpunkt für die Apfelernte ist entscheidend für Geschmack und Lagerfähigkeit. Es gibt kein allgemeingültiges Datum, da der Reifezeitpunkt von der Apfelsorte, dem Standort und dem Wetter abhängt. Einige frühe Sorten können bereits im Juli geerntet werden, während späte Sorten bis in den Oktober hinein Zeit benötigen.

Es gibt verschiedene Methoden, um den Reifegrad von Äpfeln zu bestimmen:

  • Klopftest: Klopfen Sie leicht gegen einen Apfel. Klingt er hohl, ist er wahrscheinlich reif.
  • Kippprobe: Heben Sie einen Apfel vorsichtig an und drehen Sie ihn leicht. Löst er sich leicht vom Zweig, ist er reif. Bleibt er hängen, benötigt er noch Zeit. Dies ist die zuverlässigste Methode.
  • Geschmacksprobe: Der ultimative Test ist natürlich der Geschmack. Ein reifer Apfel sollte aromatisch und süß-säuerlich schmecken.
  • Färbung: Die Grundfarbe der Äpfel verändert sich bei Reife von Grün zu Gelb oder Rot, je nach Sorte.

Es ist besser, die Äpfel etwas früher als zu spät zu ernten. Überreife Äpfel sind anfälliger für Druckstellen und verderben schneller.

Apfelernte: Schritt für Schritt richtig pflücken

Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, geht es ans Pflücken. Dabei ist Sorgfalt gefragt, um die Äpfel nicht zu beschädigen und die Lagerfähigkeit zu gewährleisten.

Wie pflücken man Äpfel vom Baum?
Äpfel pflücken: Das Wichtigste in Kürze Pflücken Sie Äpfel bei trockener Witterung einzeln vom Baum. Heben Sie die Früchte an und drehen Sie sie leicht vom Zweig. Lösen sich die Äpfel, sind sie ausgereift und bereit für die Ernte. Achten Sie darauf, dass der Stiel dabei am Apfel bleibt – so ist er länger haltbar.
  1. Wetterlage beachten: Ernten Sie Äpfel idealerweise bei trockenem Wetter. Nasse Äpfel sind anfälliger für Fäulnis. Warten Sie am besten, bis der Morgentau abgetrocknet ist.
  2. Schonend pflücken: Fassen Sie den Apfel vorsichtig mit der Hand und heben Sie ihn leicht an. Drehen Sie den Apfel dann vorsichtig, bis er sich vom Zweig löst. Der Stiel sollte unbedingt am Apfel bleiben, da er die Eintrittspforte für Fäulniserreger verschließt und die Haltbarkeit verlängert.
  3. Baum nicht schütteln: Vermeiden Sie es, den Baum zu schütteln, um die Äpfel zu ernten. Die herabfallenden Früchte bekommen leicht Druckstellen und sind dann nicht mehr lange lagerfähig. Pflücken Sie jeden Apfel einzeln.
  4. Hilfsmittel nutzen: Für höher hängende Äpfel können Sie eine Leiter oder einen Apfelpflücker verwenden. Ein Apfelpflücker, regional auch als Prockler bekannt, ist ein praktisches Werkzeug mit einem Stoffsack an einer langen Stange und einem Metallring mit Zähnen am Rand. Damit lassen sich Äpfel auch in schwer zugänglichen Bereichen schonend ernten.
  5. Beschädigte Äpfel aussortieren: Sortieren Sie beim Pflücken beschädigte Äpfel (mit Druckstellen, Wurmlöchern oder faulen Stellen) aus. Diese eignen sich nicht für die Lagerung, können aber direkt verarbeitet werden, beispielsweise zu Apfelmus oder Apfelsaft.

Warum fallen Äpfel vom Baum? Ursachen für Apfelfall

Es ist ganz natürlich, dass Äpfel vom Baum fallen. Allerdings gibt es unterschiedliche Gründe dafür, und nicht jeder Apfelfall ist erwünscht.

Der Junifall – ein natürlicher Ausdünnungsprozess

Viele Apfelbäume verlieren im Juni oder Juli einen Teil ihrer Früchte. Dieser sogenannte Junifall ist ein natürlicher Prozess und dient der Selbstregulierung des Baumes. Nach der Blüte hängt oft eine üppige Anzahl an kleinen Äpfeln am Baum. Würde der Baum all diese Früchte ausreifen lassen müssen, wäre er überfordert und könnte sich selbst schaden. Daher stößt er einen Teil der Früchte ab, um die verbleibenden Äpfel optimal versorgen zu können. Dieser Junifall ist also ein Regenerationsmaßnahme und in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Die abfallenden Äpfel sind meist klein und weisen keine Schäden auf.

Weitere Ursachen für Apfelfall

Neben dem natürlichen Junifall gibt es weitere Gründe, warum Äpfel vorzeitig vom Baum fallen können:

  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Stickstoff oder Kalium kann zu Apfelfall führen. Wenn der Baum in den letzten Jahren nicht ausreichend gedüngt wurde, kann dies eine Ursache sein.
  • Witterungsbedingte Stressfaktoren: Extreme Wetterbedingungen wie Hagel, plötzliche Hitzeperioden oder Kälteeinbrüche können ebenfalls Apfelfall auslösen. Der Baum reagiert auf diesen Stress, indem er Früchte abwirft.
  • Wassermangel: Gerade in trockenen Sommern kann Wassermangel zu Apfelfall führen. Der Baum versucht, sich vor dem Vertrocknen zu schützen, indem er Früchte abwirft.
  • Schädlinge und Krankheiten: Befall mit Schädlingen (z.B. Apfelwickler) oder Krankheiten (z.B. Apfelschorf) kann ebenfalls zu vorzeitigem Apfelfall führen. In diesem Fall sind die abfallenden Äpfel oft beschädigt oder weisen Schadbilder auf.

Was tun gegen übermäßigen Apfelfall? Tipps zur Vorbeugung

Wenn Ihr Apfelbaum übermäßig viele Äpfel verliert, die nicht dem natürlichen Junifall entsprechen, sollten Sie die Ursache genauer untersuchen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen:

  • Bodenanalyse und Düngung: Lassen Sie eine Bodenanalyse durchführen, um den Nährstoffgehalt des Bodens zu bestimmen. Düngen Sie Ihren Apfelbaum im Frühjahr (März/April) mit einem speziellen Obstdünger, um Nährstoffmängeln vorzubeugen.
  • Ausreichende Bewässerung: In trockenen Perioden ist eine ausreichende Bewässerung wichtig, besonders während der Fruchtentwicklung. Gießen Sie den Baum regelmäßig, vor allem bei jungen Bäumen und in Kübelhaltung.
  • Pflanzenschutz: Kontrollieren Sie Ihren Baum regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten. Bei Bedarf können Sie Pflanzenschutzmittel einsetzen, idealerweise biologische Präparate. Stärkungsmittel wie Biplantol können die Widerstandskraft des Baumes erhöhen.
  • Fruchtbehang reduzieren: Bei sehr starkem Fruchtbehang kann es sinnvoll sein, einen Teil der Früchte frühzeitig zu entfernen (auszudünnen). Dies entlastet den Baum und kann übermäßigem Apfelfall vorbeugen.

Fazit: Mit der richtigen Pflege zur reichen Apfelernte

Die Apfelernte ist ein lohnender Teil der Gartenarbeit. Mit dem richtigen Wissen über den optimalen Erntezeitpunkt, die schonende Pflücktechnik und die Ursachen für Apfelfall können Sie eine reiche Ernte erzielen und lange Freude an Ihren Äpfeln haben. Beachten Sie die Bedürfnisse Ihres Apfelbaumes, sorgen Sie für eine gute Nährstoffversorgung und schützen Sie ihn vor Stressfaktoren, dann steht einer erfolgreichen Apfelernte nichts mehr im Wege. Genießen Sie die frischen, selbstgepflückten Äpfel!

Go up