Warum gehören Algen nicht zu den Pflanzen?

Algenfrei durch Wasserpflanzen: Ihr Aquarium natürlich reinigen

05/01/2021

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Jeder Aquarianer kennt das Problem: Algenwachstum. Egal wie sorgfältig man sein Aquarium pflegt, Algen sind ein natürlicher Bestandteil jedes Aquariums. In geringen Mengen sind sie sogar nützlich, da sie das Wasser reinigen und Schadstoffe abbauen. Ein übermäßiges Algenwachstum kann jedoch auf Probleme mit der Wasserqualität oder den Pflegegewohnheiten hinweisen. Glücklicherweise gibt es natürliche Methoden, um Algen auf sanfte Weise zu kontrollieren, und eine der effektivsten ist der Einsatz von Wasserpflanzen.

Welche Pflanzen beseitigen Algen in einem Aquarium?
Schnell wachsende Stängelpflanzen wie Hornkraut, Glyzinien und Rotala (Tränenform) , um nur einige zu nennen, nutzen Nährstoffe am effektivsten und halten Algen am besten fern. Lebende Pflanzen benötigen helles, hochwertiges Licht und gedeihen am besten mit einem Mineralstoffzusatz wie Aqueon Plant Food.
Inhaltsverzeichnis

Ursachen für Algenwachstum im Aquarium

Algen sind, wie alle Pflanzen, Lebewesen, die zum Wachsen Wasser, Licht, Mineralien und Nährstoffe benötigen. Im Aquarium sind die Hauptnährstoffe Nitrat und Phosphat. Diese stammen in der Regel aus Fischfutter und Fischabfällen, können aber auch im Leitungswasser vorhanden sein. Ein Anstieg der Nährstoffkonzentration im Aquarium kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Überfütterung: Zu viel Futter führt zu mehr Abfallprodukten und somit zu mehr Nährstoffen.
  • Seltene Wasserwechsel: Regelmäßige Wasserwechsel entfernen überschüssige Nährstoffe.
  • Unzureichende Filterreinigung: Ein verschmutzter Filter kann seine Reinigungsfunktion nicht optimal erfüllen.
  • Überbesatz: Zu viele Fische produzieren mehr Abfall.
  • Leitungswasser mit hohen Nitrat- und Phosphatwerten: In manchen Regionen ist das Leitungswasser bereits mit Nährstoffen belastet.

Wenn Sie vermehrt Algenwachstum feststellen, sollten Sie Ihr Aquariumwasser und das Leitungswasser auf Nitrat und Phosphat testen. Der Nitratwert (NO₃) sollte unter 10 ppm und der Phosphatwert (PO₄) unter 0,5 ppm liegen.

Licht und Algenwachstum

Oft wird angenommen, dass zu viel Licht die Hauptursache für Algenplagen ist. Obwohl übermäßiges Licht ein Faktor sein kann, ist Algenwachstum häufiger in Aquarien mit hohen Nährstoffwerten zu beobachten, insbesondere wenn keine lebenden Pflanzen vorhanden sind. Vermeiden Sie es, das Aquarium direktem Sonnenlicht auszusetzen. Begrenzen Sie die Beleuchtungsdauer, besonders in Aquarien ohne Pflanzen. In Becken ohne Pflanzen sind 6 bis 8 Stunden Licht ausreichend, während bepflanzte Aquarien 10 bis 12 Stunden hochwertiges Licht pro Tag benötigen. Verwenden Sie eine Zeitschaltuhr, um einen konstanten Lichtzyklus zu gewährleisten.

Auch die Qualität des Lichts spielt eine Rolle. Fluoreszierende Lampen verlieren mit der Zeit an Leuchtkraft und verändern ihr Farbspektrum. Algen sind toleranter gegenüber ungünstigen Bedingungen und gedeihen oft unter nachlassendem Licht, während viele Aquarienpflanzen darunter leiden. Für optimale Ergebnisse sollten Fluoreszenzröhren alle 10 bis 12 Monate ausgetauscht werden.

Verschiedene Algenarten und ihre Bekämpfung

  1. Braunalgen: Meist Kieselalgen. Treten oft in neu eingerichteten Aquarien auf und verschwinden in der Regel von selbst nach der Einlaufphase. Kieselalgen benötigen Silikate für ihre Zellwände. Bei hohem Silikatgehalt im Leitungswasser sollte Osmosewasser oder deionisiertes Wasser verwendet werden.
  2. Grünalgen: Es gibt viele Arten. Einige sind weich und leicht zu entfernen, andere hartnäckiger. Sie wachsen auf der Aquarienscheibe, Dekoration und dem Bodengrund.
  3. Blaualgen: Eigentlich Cyanobakterien, bilden einen dunklen, schleimigen Film. Können Pflanzen ersticken und Fischen schaden.
  4. Fadenalgen: Verschiedene Formen, wie Haar-, Bart- oder Pinselalgen. Oft durch zu hohe Phosphatwerte verursacht.
  5. Schwebealgen (Grünes Wasser): Verursachen trübes, grünes Wasser. Meist durch hohe Nitrat- und Phosphatwerte in Kombination mit zu viel Licht.

Wasserpflanzen als natürliche Algenbekämpfer

Haben Sie schon bemerkt, dass Aquarien mit vielen lebenden Pflanzen selten Algenprobleme haben? Das liegt daran, dass Wasserpflanzen Nährstoffe aus dem Wasser aufnehmen und so den Algen die Nahrungsgrundlage entziehen. Lebende Pflanzen sind eine der effektivsten Methoden, um Algenwachstum im Aquarium vorzubeugen. Je dichter bepflanzt das Aquarium ist, desto besser können die Pflanzen ihre algenhemmende Wirkung entfalten.

Besonders schnellwachsende Stängelpflanzen wie:

  • Hornkraut (Ceratophyllum demersum)
  • Wasserpest (Egeria densa)
  • Nadelsimse (Eleocharis acicularis)
  • Tausendblatt (Myriophyllum)

sind sehr effektiv bei der Nährstoffaufnahme und halten Algen in Schach. Diese Pflanzen sind Nährstoffkonkurrenten für Algen und sorgen für ein biologisches Gleichgewicht im Aquarium. Sie nehmen überschüssige Nitrate und Phosphate auf, die sonst den Algen als Nahrung dienen würden.

Unterwasserpflanzen haben zudem den Vorteil, dass sie Sauerstoff produzieren und somit die Wasserqualität verbessern. Einige immergrüne Arten, wie die Wasserpest, können sogar im Winter unter einer Eisschicht Sauerstoff abgeben.

Wie werde ich Algen in meinem bepflanzten Aquarium los?
Bei starkem Algenwachstum ist absolute Dunkelheit erforderlich. Sie können die Algen aushungern, indem Sie Ihr Pflanzenaquarium komplett verdunkeln . Stellen Sie vorher sicher, dass Sie möglichst viele Algen manuell entfernt, einen großen Wasserwechsel durchgeführt und die Aquarienbeleuchtung ausgeschaltet haben.

Welche Wasserpflanzen eignen sich besonders gut gegen Algen?

Neben den bereits genannten schnellwachsenden Stängelpflanzen gibt es weitere Wasserpflanzen, die sich als Algenbekämpfer bewährt haben:

  • Vallisnerien (Vallisneria): Diese langen, grasartigen Pflanzen sind robust und wachsen schnell. Sie nehmen viele Nährstoffe auf und bieten gleichzeitig Versteckmöglichkeiten für Fische.
  • Cryptocorynen (Cryptocoryne): Obwohl sie langsamer wachsen als Stängelpflanzen, sind Cryptocorynen effektive Nährstoffzehrer und sehr anpassungsfähig an verschiedene Wasserbedingungen.
  • Anubias (Anubias): Diese robusten Aufsitzerpflanzen sind sehr pflegeleicht und langsam wachsend. Sie sind zwar keine primären Nährstoffkonkurrenten, aber ihre dichten Blätter bieten wenig Angriffsfläche für Algen.
  • Moose (z.B. Javamoos, Christmasmoos): Moose sind nicht nur dekorativ, sondern auch nützlich. Sie filtern Partikel aus dem Wasser und bieten Mikroorganismen einen Lebensraum, die wiederum organische Abfälle abbauen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Karpfen, einschließlich Koi und Graskarpfen, Pflanzenfresser sind und Unterwasserpflanzen gerne fressen. In Karpfenteichen ist die Algenbekämpfung mit Unterwasserpflanzen daher nicht möglich.

Pflege von Unterwasserpflanzen

Wenn Unterwasserpflanzen bis zum Spätsommer dichte Bestände gebildet haben, ist es ratsam, die frei im Wasser wachsenden Teile auszudünnen. Dadurch werden Biomasse und Nährstoffe aus dem Teichsystem entfernt und die Wasserqualität verbessert. Nicht winterharte Arten sollten in tiefere, frostfreie Zonen gebracht werden.

Weitere natürliche Algenbekämpfer

Neben Pflanzen gibt es auch algenfressende Fische, Schnecken und Garnelen, die bei der Algenkontrolle helfen können:

  • Algenfressende Fische: Verschiedene Arten wie Siamesische Rüsselbarben, Otos (Otocinclus), Antennenwelse (Plecostomus) und Schwertträger fressen Algen direkt von Oberflächen.
  • Schnecken: Napfschnecken (Neritina), Apfelschnecken (Pomacea) und Posthornschnecken (Planorbarius) sind effektive Algenfresser und helfen, das Aquarium sauber zu halten.
  • Garnelen: Amano-Garnelen (Caridina multidentata) und andere Zwerggarnelenarten fressen Algenbeläge und abgestorbene Pflanzenteile.

Filtration und Algenkontrolle

Diatomfilter und UV-Sterilisatoren können bei der Bekämpfung von Schwebealgen (grünem Wasser) sehr effektiv sein. Diatomfilter filtern die Algenzellen aus dem Wasser, während UV-Sterilisatoren die Algen abtöten. Diese Methoden sind jedoch nicht für alle Algenarten geeignet und beheben nicht die Ursache des Algenproblems.

Chemische Algenbekämpfung – Die letzte Option

Chemische Algenmittel sollten immer nur die letzte Wahl sein, da sie die Ursache des Algenproblems nicht beheben. Sie können eine vorübergehende Lösung bieten, aber die Algen werden wahrscheinlich wiederkommen, wenn die zugrunde liegenden Ursachen nicht beseitigt werden. Eine gute Aquarienpflege, regelmäßige Wasserwechsel, angemessene Beleuchtung und ein vernünftiger Fischbesatz sind weitaus effektiver, um Algenwachstum vorzubeugen und zu kontrollieren. Wenn natürliche Methoden nicht ausreichen, können chemische Algenmittel in Ausnahmefällen helfen, sollten aber immer gemäß den Anweisungen verwendet werden.

Fazit: Natürliche Algenbekämpfung mit Wasserpflanzen

Wasserpflanzen sind eine natürliche und effektive Methode, um Algenwachstum im Aquarium zu kontrollieren und vorzubeugen. Durch die Aufnahme von Nährstoffen entziehen sie den Algen die Lebensgrundlage und tragen zu einem gesunden und klaren Aquarium bei. In Kombination mit einer guten Aquarienpflege und gegebenenfalls algenfressenden Tieren können Sie Algenprobleme auf natürliche Weise in den Griff bekommen und ein wunderschönes, algenfreies Aquarium genießen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Pflanzen sind am besten gegen Algen im Aquarium?
Schnellwachsende Stängelpflanzen wie Hornkraut, Wasserpest, Nadelsimse und Tausendblatt sind sehr effektiv. Auch Vallisnerien, Cryptocorynen, Anubias und Moose tragen zur Algenkontrolle bei.
Wie viele Pflanzen benötige ich für ein algenfreies Aquarium?
Je dichter bepflanzt das Aquarium ist, desto besser. Beginnen Sie mit einer guten Menge schnellwachsender Pflanzen und ergänzen Sie diese mit anderen Arten.
Was kann ich noch tun, um Algenwachstum vorzubeugen?
Regelmäßige Wasserwechsel (25-50% pro Woche), sparsame Fütterung, Filterreinigung, Kontrolle der Beleuchtungsdauer und -qualität sowie ein angemessener Fischbesatz sind wichtig, um Algenwachstum zu verhindern.
Sind Algen im Aquarium immer schlecht?
Nein, in geringen Mengen sind Algen natürlich und sogar nützlich. Sie helfen, das Wasser zu reinigen. Erst ein übermäßiges Algenwachstum wird zum Problem.
Kann ich Leitungswasser für Wasserwechsel verwenden?
Ja, in den meisten Fällen ist Leitungswasser geeignet. Testen Sie jedoch Ihr Leitungswasser auf Nitrat und Phosphat. Bei hohen Werten kann Osmosewasser oder deionisiertes Wasser eine bessere Alternative sein.

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