07/02/2026
Angkor Wat, die beeindruckende Tempelanlage in Kambodscha, zieht Menschen aus aller Welt in ihren Bann. Nicht nur ihre spirituelle und historische Bedeutung macht sie zu einem einzigartigen Ort, sondern auch ihre faszinierende Erscheinung, die schon mehrfach als Kulisse für internationale Filmproduktionen diente. Gleichzeitig ist Angkor Wat ein unbestrittenes Weltwunder, das mit seiner architektonischen Pracht und seiner reichen Geschichte Besucher tief beeindruckt. Dieser Artikel beleuchtet Angkor Wat als spektakulären Drehort und als Zeugnis menschlicher Baukunst, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Angkor Wat als Filmkulisse
Die geheimnisvolle und erhabene Atmosphäre von Angkor Wat hat Filmemacher schon lange inspiriert. Besondere Bekanntheit erlangte die Region durch den Actionfilm Lara Croft: Tomb Raider aus dem Jahr 2001 mit Angelina Jolie in der Hauptrolle. Dieser Film nutzte die Tempel rund um Angkor Wat als atemberaubende Kulisse und trug maßgeblich dazu bei, die Region wieder ins Bewusstsein der internationalen Öffentlichkeit zu rücken, insbesondere nach den düsteren Zeiten des Roten Khmer Regimes. Es war die erste große westliche Kinoproduktion in Kambodscha seit dieser Zeit und markierte einen Wendepunkt für den Tourismus des Landes.
Im Film „Lara Croft: Tomb Raider“ verschlägt es die Protagonistin Lara Croft auf der Suche nach einem mystischen Artefakt nach Angkor. Gleich mehrere Tempel dienten als Drehorte und sind im Film deutlich zu erkennen:
- Phnom Bakheng: Hier landet Lara Croft im Film mit einem Fallschirm. Der Tempelberg Phnom Bakheng ist auch in der Realität ein beliebter Aussichtspunkt, besonders zum Sonnenuntergang, wenn das Areal in ein magisches Licht getaucht wird.
- Bayon Tempel: Dieser Tempel, der sich in der alten Khmer-Hauptstadt Angkor Thom befindet, ist bekannt für seine riesigen, in Stein gemeißelten Gesichter. Auch er ist in „Tomb Raider“ zu sehen und beeindruckt durch seine monumentale Erscheinung.
- Ta Prohm: Der Tempel Ta Prohm, der teilweise von riesigen Bäumen überwuchert ist, wurde zum Inbegriff des „Tomb Raider Tempels“. Dieser Spitzname hält sich bis heute hartnäckig und verdeutlicht die starke Verbindung des Tempels mit dem Film. Die Szenerie mit den ineinander verschlungenen Wurzeln und der alten Tempelarchitektur ist unverwechselbar und faszinierend.
- Angkor Wat: Natürlich durfte auch der namensgebende Haupttempel Angkor Wat selbst nicht fehlen. In einer abschließenden Szene des Films ist er im Hintergrund zu sehen und unterstreicht die Erhabenheit und Größe der gesamten Anlage.
Obwohl oft im Zusammenhang mit Angkor genannt, wurde tatsächlich kein Indiana Jones Film in Kambodscha gedreht. Dennoch hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Indiana Jones Filme hier gedreht wurden. Dies liegt vor allem am Ta Prohm Tempel, dessen dschungelartige Atmosphäre und überwucherte Ruinen viele Besucher an Filme wie „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ erinnern. Manche nennen Ta Prohm daher fälschlicherweise auch den „Indiana Jones Tempel“. Wer jedoch eine authentische „Indiana Jones Atmosphäre“ sucht, sollte sich auch andere, weniger touristische Tempel in der Umgebung ansehen, wie beispielsweise Sambor Prei Kuk oder Koh Ker, die noch stärker von der Natur zurückerobert wurden.
Tipp für Filmtouristen: In Angkor Wat hat sich ein regelrechter Filmtourismus entwickelt. Tuk Tuk-Fahrer und Guides sind bestens mit den Drehorten von „Tomb Raider“ vertraut und können Besucher gezielt zu den entsprechenden Tempeln bringen. Fragen Sie einfach nach den „Tomb Raider Tempeln“ oder nennen Sie die Namen der Tempel wie Ta Prohm oder Bayon, um die berühmten Filmkulissen zu besichtigen.
Angkor Wat – Ein Weltwunder von unschätzbarem Wert
Angkor Wat, oder übersetzt „Stadt der Tempel“, ist weit mehr als nur eine Filmkulisse. Es ist das Nationalsymbol Kambodschas und ziert sowohl die Landesflagge als auch die Währung des Landes. Als eine der größten und beeindruckendsten Tempelanlagen der Welt wurde Angkor Wat 1992 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Diese Auszeichnung würdigt die außergewöhnliche architektonische Leistung und die immense historische Bedeutung der Anlage.
Die Tempelanlage von Angkor erstreckt sich über eine Fläche von über 400 km² und beherbergt zahlreiche Tempel, die vor etwa 1000 Jahren ohne moderne Hilfsmittel erbaut wurden. Diese Meisterleistung menschlicher Baukunst, die sich über mehrere Jahrhunderte entwickelte, ist schlichtweg beeindruckend. Angkor Wat war das Zentrum des Khmer-Königreichs, das über Jahrhunderte die Region dominierte. Wer tief in die Geschichte Kambodschas eintauchen möchte, findet in Angkor Wat einen unerschöpflichen Quell an Wissen und faszinierenden Entdeckungen.
Kurze Geschichte von Angkor Wat:
Angkor Wat wurde im 12. Jahrhundert unter der Herrschaft von König Suryavarman II. erbaut. Der Bau soll Erzählungen zufolge 37 Jahre gedauert und den Einsatz von 300.000 Menschen und 6.000 Elefanten erfordert haben. Ursprünglich als hinduistischer Tempel Vishnu gewidmet, wandelte er sich im 13. Jahrhundert zu einem buddhistischen Tempel. Im 15. Jahrhundert verließen die Khmer die Tempelanlage aus bis heute ungeklärten Gründen. Erst im 19. Jahrhundert, während der französischen Kolonialzeit, wurden die Anlagen inmitten des Dschungels wiederentdeckt und restauriert.
Die Hauptbauwerke: Angkor Wat und Angkor Thom
Obwohl der gesamte Tempelkomplex oft als Angkor Wat bezeichnet wird, handelt es sich bei Angkor Wat im engeren Sinne um den Haupttempel mit den fünf markanten Türmen. Etwa einen Kilometer nördlich liegt Angkor Thom, was übersetzt „Große Stadt“ bedeutet und im 12. und 13. Jahrhundert die Hauptstadt des Angkorreichs war. Innerhalb von Angkor Thom befinden sich weitere bedeutende Tempel, wie der bereits erwähnte Bayon und Ta Prohm.
Weitere wichtige Tempel in Angkor:
- Bayon: Bekannt für seine Türme mit den in Stein gemeißelten Gesichtern. Der Bayon ist der letzte große Tempel, der in Angkor errichtet wurde und der einzige, der Buddha gewidmet ist.
- Ta Prohm: Der „Tomb Raider Tempel“ zeichnet sich durch seine überwuchernde Vegetation und die beeindruckende Symbiose von Natur und Architektur aus.
- Banteay Srei: Dieser Tempel aus dem 10. Jahrhundert ist für seine filigranen Reliefs und seine kunstvolle Bauweise bekannt. Er ist dem hinduistischen Gott Shiva gewidmet.
Praktische Informationen für Ihren Besuch in Angkor Wat
Tickets und Eintrittspreise:
Für den Besuch der Tempelanlagen von Angkor benötigen Sie ein Ticket. Es gibt verschiedene Ticketoptionen:
| Tickettyp | Gültigkeit | Preis (USD) |
|---|---|---|
| 1-Tages-Pass | 1 Tag | 37 |
| 3-Tages-Pass | 3 Tage innerhalb einer Woche | 62 |
| 7-Tages-Pass | 7 Tage innerhalb eines Monats | 72 |
Tickets können ab 17:00 Uhr für den Folgetag erworben werden. Kaufen Sie Tickets ausschließlich an den offiziellen Verkaufsstellen, um Fälschungen zu vermeiden.

Beste Reisezeit:
Die beste Reisezeit für Angkor Wat ist von November bis Februar. In dieser Zeit ist das Wetter angenehm trocken und die Temperaturen moderat. Der Januar gilt als der angenehmste Monat. März und April sind ebenfalls noch empfehlenswert, können aber bereits sehr heiß werden. Die Regenzeit dauert von Juni bis Oktober.
Fortbewegung in Angkor:
Innerhalb der Tempelanlage können Sie sich am besten mit einem Tuk Tuk, dem traditionellen dreirädrigen Taxi, fortbewegen. Alternativ können Sie auch ein Fahrrad mieten oder ein Taxi nehmen. Für größere Distanzen empfiehlt sich ein Tuk Tuk oder Taxi.
Touren und Guides:
Um die Geschichte und Bedeutung der Tempel besser zu verstehen, empfiehlt es sich, eine geführte Tour zu buchen oder einen Guide zu engagieren. Viele Guides sprechen Deutsch und können Ihnen wertvolle Einblicke und Hintergrundinformationen vermitteln.
Dauer des Besuchs:
Für einen ersten Eindruck und die wichtigsten Tempel reicht ein 1-Tages-Ticket. Um die Anlage jedoch intensiver zu erkunden und auch weniger bekannte Tempel zu besuchen, empfiehlt sich ein 3-Tages-Ticket. Wer die gesamte Anlage umfassend erkunden möchte, sollte ein 7-Tages-Ticket in Erwägung ziehen.
Öffnungszeiten:
Die meisten Tempel sind von 7:30 bis 17:30 Uhr geöffnet. Einige Tempel, wie Angkor Wat, Phnom Bakheng und Srah Srang, öffnen bereits um 5:00 Uhr zum Sonnenaufgang. Phnom Bakheng und Pre Rup sind länger zum Sonnenuntergang geöffnet.
Siem Reap – Das Tor zu Angkor:
Siem Reap ist die nächstgelegene Stadt zu Angkor Wat und dient als Ausgangspunkt für die meisten Besucher. Die Stadt bietet zahlreiche Hotels, Restaurants und Geschäfte und hat sich dem Tourismus angepasst. Der Flughafen Siem Reap International Airport ist der zweitgrößte Flughafen Kambodschas und gut angebunden.
Häufig gestellte Fragen zu Angkor Wat
- Wo liegt Angkor Wat?
- Angkor Wat liegt im Nordwesten Kambodschas, in der Nähe der Stadt Siem Reap.
- Wie alt ist Angkor Wat?
- Angkor Wat wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist etwa 900 Jahre alt.
- Was bedeutet Angkor Wat?
- „Angkor“ bedeutet „Stadt“ und „Wat“ bedeutet „Tempelanlage“ in Khmer. Angkor Wat heißt also „Stadt der Tempelanlage“.
- Wie groß ist Angkor Wat?
- Der gesamte Komplex Angkor Wat, einschließlich des Wassergrabens, umfasst eine Fläche von etwa 200 Hektar.
- Gehört Angkor Wat zu den 7 Weltwundern?
- Nein, Angkor Wat gehört nicht zu den klassischen Sieben Weltwundern, wird aber oft als „achtes Weltwunder“ bezeichnet und ist ein UNESCO-Weltkulturerbe.
- Wann wurde Angkor Wat „entdeckt“?
- Angkor Wat wurde im 19. Jahrhundert von französischen Forschern im Dschungel wiederentdeckt, nachdem es für Jahrhunderte in Vergessenheit geraten war.
- Wie viele Tage sollte man für Angkor Wat einplanen?
- Für die wichtigsten Tempel und um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu erleben, sind mindestens 3 Tage empfehlenswert.
Angkor Wat ist mehr als nur eine Reiseziel; es ist eine Erfahrung, die tief beeindruckt und lange in Erinnerung bleibt. Ob als Filmliebhaber auf den Spuren von Lara Croft oder als Kulturinteressierter, der die Pracht eines Weltwunders bestaunen möchte – Angkor Wat ist ein Ort, den man sich nicht entgehen lassen sollte.
