24/08/2020
Der Agapanthus, auch bekannt als Schmucklilie, ist eine beeindruckende Pflanze, die mit ihren üppigen blauen, violetten oder weißen Blütenständen jeden Garten und Balkon bereichert. Ursprünglich aus Südafrika stammend, hat sich der Agapanthus auch in unseren Breitengraden als beliebte Kübel- und Gartenpflanze etabliert. Damit Sie lange Freude an dieser Schönheit haben, ist die richtige Pflege entscheidend. Besonders das Gießen, Überwintern und Teilen spielen eine wichtige Rolle für ein gesundes Wachstum und eine reiche Blüte.

Agapanthus richtig gießen: Bedarf und Häufigkeit
Eine der häufigsten Fragen rund um die Agapanthus Pflege ist die nach dem richtigen Gießen. Braucht der Agapanthus viel Wasser? Die Antwort ist differenzierter, als man vielleicht denkt. Der Wasserbedarf des Agapanthus ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Jahreszeit, dem Standort, der Pflanzengröße und ob er im Kübel oder im Gartenbeet wächst.
Gießverhalten im Sommer (Wachstums- und Blütezeit)
Während der Wachstums- und Blütezeit im Sommer benötigt der Agapanthus ausreichend Wasser. In dieser Phase, besonders von Mai bis August, sollten Sie regelmäßig gießen. Achten Sie darauf, dass die Erde stets feucht, aber nicht nass ist. Vermeiden Sie Staunässe unbedingt, da diese zu Wurzelfäule führen kann. Ein guter Indikator für den Gießbedarf ist die Oberfläche der Erde. Fühlt sie sich trocken an, ist es Zeit zu gießen. An heißen Tagen kann es notwendig sein, den Agapanthus täglich zu gießen, besonders wenn er in einem Kübel steht, da Kübelpflanzen schneller austrocknen.
Gießverhalten im Frühling und Herbst (Übergangszeiten)
Im Frühling, wenn der Agapanthus aus der Winterruhe erwacht und im Herbst, wenn er sich auf den Winter vorbereitet, reduziert sich der Wasserbedarf. Gießen Sie in diesen Übergangszeiten mäßiger. Die Erde sollte zwischen den Wassergaben leicht antrocknen dürfen. Achten Sie jedoch darauf, dass sie nicht vollständig austrocknet, da dies Stress für die Pflanze bedeuten kann. Kontrollieren Sie die Bodenfeuchtigkeit regelmäßig und passen Sie die Gießmenge den Wetterbedingungen an.
Gießverhalten im Winter (Ruhephase)
Im Winter befindet sich der Agapanthus in der Ruhephase und benötigt kaum Wasser. Während der Überwinterung im Winterquartier sollten Sie nur sehr sparsam gießen, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Zu viel Wasser in der Ruhephase kann ebenfalls zu Wurzelfäule führen. Je kühler das Winterquartier, desto weniger Wasser benötigt die Pflanze.
Gießtipps für Agapanthus zusammengefasst:
- Sommer: Regelmäßig und reichlich gießen, Erde feucht halten, Staunässe vermeiden.
- Frühling/Herbst: Mäßiger gießen, Erde zwischen den Wassergaben leicht antrocknen lassen.
- Winter: Sehr sparsam gießen, Erde vor dem Austrocknen bewahren.
- Kübelpflanzen: Häufiger gießen als Gartenpflanzen, da sie schneller austrocknen.
- Regenwasser: Verwenden Sie idealerweise kalkarmes Regenwasser zum Gießen.
Agapanthus richtig überwintern: Schutz vor Frost
Die meisten Agapanthus-Arten sind nicht winterhart und benötigen daher einen frostfreien Standort zur Überwinterung. Es gibt zwar winterharte Sorten, aber auch diese profitieren oft von einem Schutz in besonders kalten Regionen oder bei strengen Wintern. Der richtige Zeitpunkt zum Einräumen des Agapanthus ins Winterquartier ist der Herbst, bevor der erste Frost einsetzt.
Vorbereitung auf die Überwinterung
Ab Oktober, oder wenn die Temperaturen nachts regelmäßig unter 5 Grad Celsius fallen, sollten Sie Ihren Agapanthus auf die Überwinterung vorbereiten. Stellen Sie Kübelpflanzen an einen geschützten Ort, beispielsweise an eine Hauswand oder unter ein Vordach. Reduzieren Sie die Wassergaben bereits im Herbst deutlich, um die Pflanze auf die Ruhephase vorzubereiten. Vor dem Einräumen ins Winterquartier können Sie verwelkte Blütenstände und gelbe Blätter entfernen. Ein Rückschnitt der Blätter ist in der Regel nicht notwendig.
Das ideale Winterquartier
Das Winterquartier für Agapanthus sollte frostfrei, aber auch nicht zu warm sein. Die ideale Temperatur liegt je nach Agapanthus-Art zwischen 0 und 10 Grad Celsius. Es wird unterschieden zwischen der Überwinterung von laubabwerfenden und immergrünen Agapanthus-Arten:
Überwinterung laubabwerfender Agapanthus
Laubabwerfende Agapanthus-Arten ziehen im Herbst ein und verlieren ihre Blätter. Diese können kühl und trocken, gerne auch in einem dunklen Raum überwintert werden. Ein Kellerraum, eine Garage oder ein Schuppen sind geeignete Winterquartiere. Wichtig ist, dass der Raum frostfrei ist. Gießen Sie nur sehr selten, um ein Austrocknen des Wurzelballens zu verhindern.
Überwinterung immergrüner Agapanthus
Immergrüne Agapanthus-Arten behalten ihre Blätter auch im Winter. Sie benötigen ein helles Winterquartier mit Temperaturen zwischen 0 und 7 Grad Celsius. Ein kühler Wintergarten, ein unbeheiztes Gewächshaus oder ein heller Kellerraum mit Fenster sind geeignet. Auch immergrüne Agapanthus sollten im Winter nur sparsam gegossen werden. Zu hohe Temperaturen im Winterquartier können die Blütenbildung im nächsten Jahr beeinträchtigen und dazu führen, dass die Pflanzen zu früh austreiben und vergeilen.

Auswintern und Vorbereitung auf das Frühjahr
Ab März oder April, wenn die Temperaturen wieder steigen und keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, können Sie den Agapanthus aus dem Winterquartier holen. Stellen Sie die Pflanzen zunächst an einen hellen und kühlen Platz mit Temperaturen um 10 Grad Celsius. Beginnen Sie nun langsam, die Wassergaben zu erhöhen. Nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, können Sie den Agapanthus wieder ins Freie stellen oder ins Gartenbeet pflanzen. Um die Blütenbildung anzuregen, können Sie im Frühjahr mit dem Düngen beginnen.
Agapanthus teilen und umpflanzen: Für mehr Blütenpracht
Agapanthus profitieren vom regelmäßigen Teilen und Umpflanzen. Durch das Teilen werden die Pflanzen verjüngt und die Blütenfülle gefördert. Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Teilen und Umpflanzen? Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, idealerweise beim Auswintern der Pflanzen.
Warum Agapanthus teilen?
Mit der Zeit bilden Agapanthus dichte Horste, die im Kübel oder im Gartenbeet zu eng werden können. Das Teilen hat mehrere Vorteile:
- Verjüngung: Das Teilen regt das Wachstum an und verjüngt die Pflanze.
- Blütenfülle: Geteilte Pflanzen blühen oft üppiger, da sie mehr Platz und Nährstoffe zur Verfügung haben.
- Vermehrung: Durch das Teilen können Sie Ihren Agapanthus vermehren.
- Platz schaffen: Zu große Horste können im Kübel oder im Beet zu viel Platz einnehmen.
Wie teilt man Agapanthus?
- Vorbereitung: Nehmen Sie den Agapanthus vorsichtig aus dem Kübel oder graben Sie ihn aus dem Gartenbeet aus.
- Teilen: Entfernen Sie vorsichtig überschüssige Erde von den Wurzeln. Teilen Sie den Wurzelballen mit einem scharfen Messer oder Spaten in mehrere Teilstücke. Achten Sie darauf, dass jedes Teilstück noch ausreichend Wurzeln und Triebknospen besitzt.
- Einpflanzen: Pflanzen Sie die Teilstücke in neue Töpfe oder an einen neuen Standort im Gartenbeet. Verwenden Sie hochwertige Blumenerde oder eine spezielle Kübelpflanzenerde. Achten Sie auf eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden.
- Angießen: Gießen Sie die neu gepflanzten Agapanthus gut an.
Umpflanzen von Agapanthus
Auch ohne Teilung sollten Agapanthus regelmäßig umgepflanzt werden, besonders Kübelpflanzen. Junge Pflanzen sollten jährlich umgetopft werden, ältere Pflanzen alle zwei bis drei Jahre. Beim Umpflanzen wählen Sie einen etwas größeren Topf und frische Erde. Der beste Zeitpunkt zum Umpflanzen ist ebenfalls das Frühjahr.
Häufige Fragen zur Agapanthus Pflege (FAQ)
Warum blüht mein Agapanthus nicht?
Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Agapanthus nicht blüht. Häufige Ursachen sind:
- Falsche Überwinterung: Zu warme Überwinterung kann die Blütenbildung beeinträchtigen.
- Nährstoffmangel: Agapanthus benötigen ausreichend Nährstoffe, besonders während der Wachstums- und Blütezeit. Düngen Sie regelmäßig mit einem geeigneten Dünger.
- Zu kleiner Topf: Wenn der Topf zu klein ist, kann der Agapanthus nicht ausreichend Wurzeln bilden und blüht möglicherweise nicht.
- Zu wenig Sonne: Agapanthus lieben die Sonne. Ein zu schattiger Standort kann die Blütenbildung verhindern.
- Teilung zu häufig: Nach dem Teilen kann es ein bis zwei Jahre dauern, bis der Agapanthus wieder üppig blüht.
Welchen Standort bevorzugt der Agapanthus?
Agapanthus bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort. Je mehr Sonne, desto üppiger die Blüte. Ein windgeschützter Standort ist ideal, besonders für größere Pflanzen, da die Blütenstände bei starkem Wind abknicken können.
Welche Erde ist die richtige für Agapanthus?
Agapanthus bevorzugen eine durchlässige und humose Erde. Eine hochwertige Blumenerde oder spezielle Kübelpflanzenerde ist gut geeignet. Sie können die Erde mit etwas Sand oder Tongranulat auflockern, um die Drainage zu verbessern.
Muss man Agapanthus düngen?
Ja, Agapanthus sollten regelmäßig gedüngt werden, um eine üppige Blüte zu fördern. Beginnen Sie im Frühjahr mit dem Düngen, sobald die Pflanzen austreiben. Verwenden Sie einen Blumendünger oder einen speziellen Kübelpflanzendünger. Düngen Sie während der Wachstums- und Blütezeit etwa alle zwei Wochen. Im Herbst und Winter wird nicht gedüngt.
Sind Agapanthus giftig?
Ja, alle Teile des Agapanthus sind leicht giftig. Der Pflanzensaft kann bei Hautkontakt Reizungen verursachen. Tragen Sie daher beim Umgang mit Agapanthus am besten Handschuhe. Für Kinder und Haustiere kann der Verzehr von Pflanzenteilen ebenfalls zu Vergiftungserscheinungen führen.
Fazit: Mit der richtigen Pflege zum blühenden Agapanthus
Mit der richtigen Pflege ist der Agapanthus eine relativ pflegeleichte und dankbare Pflanze, die mit ihrer imposanten Blütenpracht jeden Garten und Balkon verschönert. Achten Sie auf die richtigen Gießintervalle, ein geeignetes Winterquartier und das regelmäßige Teilen und Umpflanzen. So können Sie sich Jahr für Jahr an der Schönheit dieser südafrikanischen Schmucklilie erfreuen. Mit unseren Tipps und Tricks gelingt Ihnen die Agapanthus Pflege garantiert!
