Welche Gräser für Achatschnecken?

Der Richtige Bodengrund für Schneckenterrarien

16/10/2022

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Der Bodengrund ist das Fundament eines jeden Schneckenterrariums und spielt eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden Ihrer Achatschnecken. Er ist nicht nur der Lebensraum, in dem sich die Schnecken aufhalten, sondern beeinflusst auch die Luftfeuchtigkeit, die Hygiene und sogar die Gesundheit der Tiere. Die Wahl des richtigen Bodengrunds ist daher von grösster Bedeutung. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die verschiedenen Optionen, insbesondere über Erde und Moos, und erhalten praktische Tipps für die Einrichtung und Pflege eines artgerechten Schneckenterrariums.

Inhaltsverzeichnis

Erde als Bodengrund für Schneckenterrarien

Erde ist der klassische Bodengrund für Schneckenterrarien und bietet viele Vorteile. Sie ermöglicht es den Schnecken, sich einzugraben, was ein natürliches Verhalten ist und ihnen Ruhe und Schutz bietet. Zudem kann Erde Feuchtigkeit gut speichern und somit zur Aufrechterhaltung der notwendigen Luftfeuchtigkeit im Terrarium beitragen. Allerdings ist Erde nicht gleich Erde, und es gibt einige wichtige Punkte zu beachten.

Welche Pflanzen mögen Schnecken gerne?
Schnecken befinden sich gerne in feuchten Böden und verstecken sich zwischen den Blättern. Sie lieben junge Triebe aus dem Gemüsegarten oder würzige, feste Pflanzen, wie Funkien, Rittersporne und Dahlien.

Welche Erde ist geeignet?

Für Schneckenterrarien eignen sich verschiedene Arten von Erde, darunter:

  • Terrarienhumus: Dieser ist speziell für Terrarien entwickelt und in der Regel frei von schädlichen Zusätzen. Achten Sie auf eine feine Struktur, um Verdauungsprobleme bei den Schnecken zu vermeiden.
  • Torf: Reiner Torf kann ebenfalls verwendet werden, sollte aber aufgrund seines niedrigen pH-Wertes unbedingt mit Gartenkalk aufgebessert werden.
  • Schildkrötenerde: Auch Schildkrötenerde ist eine Option, da sie in der Regel naturbelassen ist.
  • Fertige Terrarienerde: Im Fachhandel gibt es fertige Erdmischungen speziell für Terrarien. Diese sind oft bereits auf die Bedürfnisse von Terrarientieren abgestimmt.

Wichtig: Verwenden Sie niemals Blumenerde aus dem Gartenmarkt, da diese in der Regel gedüngt ist und schädliche Stoffe für Schnecken enthalten kann. Auch Bio-Erde, die organischen Dünger enthält, ist ungeeignet.

Warum ist die Qualität der Erde so wichtig?

Die Qualität der Erde ist entscheidend für die Gesundheit Ihrer Schnecken. Billige oder ungeeignete Erde kann verschiedene Probleme verursachen:

  • Parasiten: Günstige Erde kann Parasiten enthalten, die für Schnecken gefährlich werden können.
  • Schadstoffe: Düngemittel und andere chemische Zusätze in Blumenerde sind giftig für Schnecken.
  • Verdauungsprobleme: Kokosfasern in minderwertigem Humus können schwer verdaulich sein und zu Problemen führen.
  • Säure: Ein zu saurer pH-Wert der Erde kann das Schneckenhaus angreifen.

Investieren Sie daher in hochwertige Terrarienerde aus dem Fachhandel, um die Gesundheit Ihrer Schnecken zu gewährleisten.

Gartenkalk: Wichtig für den pH-Wert

Die meisten Erden, insbesondere Torf, sind von Natur aus zu sauer für Achatschnecken. Ein zu niedriger pH-Wert kann das Schneckenhaus angreifen und zu Schäden führen. Daher ist es unerlässlich, die Erde mit Gartenkalk aufzubessern. Gartenkalk erhöht den pH-Wert und neutralisiert die Säure.

Welchen Kalk verwenden?

Verwenden Sie kohlensauren Gartenkalk oder Dolomitkalk in sandförmiger Form. Achten Sie darauf, dass der Kalk ungelöscht ist (CaCO3) und nicht gebrannt (CaOH2), da gebrannter Kalk stark ätzend und schädlich für Schnecken ist.

Wie viel Kalk benötigt man?

Die benötigte Menge an Gartenkalk hängt vom pH-Wert der Ausgangserde und der gewünschten Schneckenart ab. Als Richtwert können Sie mit 3 bis 4 Liter Gartenkalk pro 10 Liter Erde rechnen, wenn Sie reine Torferde verwenden. Messen Sie den pH-Wert vor und nach dem Mischen, um die richtige Menge zu ermitteln.

Die richtige Höhe des Bodengrunds

Die Höhe des Bodengrunds sollte der Grösse der Schnecken angepasst sein. Als Faustregel gilt: Pro cm Gehäuselänge der Schnecke mindestens 1 bis 2 cm Erde. Für Schnecken mit einer Gehäuselänge von 10 cm sollten Sie also mindestens 10 bis 20 cm Erde einfüllen. Dies ermöglicht den Schnecken, sich vollständig zu vergraben und Eier abzulegen.

Welche Pflanze für Achatschnecken?
Als optische Bepflanzung eignen sich Zimmerbambus, Farne, Bromelien und verschiedene Gräser, die den Schnecken nicht schmecken. Viele andere Pflanzen werden als Futter enden. Ungiftige Hölzer oder Wurzeln werden gerne angeknabbert und dienen als Versteck. Ein dicker Ast wird auch gerne zum Klettern verwendet.

pH-Wert Messung der Erde

Der ideale pH-Wert für Schneckenerde liegt je nach Art zwischen 7 und 8,5. Um den pH-Wert zu messen, benötigen Sie:

  • pH-Teststreifen oder ein pH-Meter
  • Destilliertes Wasser
  • Einen Becher

Und so messen Sie den pH-Wert:

  1. Geben Sie einen Teelöffel Erde in den Becher.
  2. Fügen Sie eine kleine Menge destilliertes Wasser hinzu.
  3. Verrühren Sie das Gemisch, bis die Flüssigkeit braun ist.
  4. Tauchen Sie den Teststreifen kurz in die Flüssigkeit.
  5. Lesen Sie den pH-Wert nach einigen Sekunden ab.

Passen Sie die Menge an Gartenkalk so lange an, bis der gewünschte pH-Wert erreicht ist. Beachten Sie, dass der Kalk einige Zeit benötigt, um sich zu lösen. Messen Sie den pH-Wert daher am besten 24 Stunden nach dem Mischen.

Moos als Alternative zu Erde

Sphagnum Moos hat sich in den letzten Jahren als interessante Alternative zu Erde im Schneckenterrarium etabliert. Es bietet einige Vorteile, insbesondere in Bezug auf Hygiene und Parasitenfreiheit.

Vorteile von Sphagnum Moos

  • Parasitenfrei: Hochwertiges Sphagnum Moos ist in der Regel frei von Parasiten, was besonders für empfindliche Schneckenarten wie Archachatina von Vorteil ist.
  • Sauberkeit: Moos bietet eine sehr saubere Umgebung für Schnecken.
  • Feuchtigkeitsspeicherung: Moos speichert Feuchtigkeit sehr gut und trägt zur Stabilisierung der Luftfeuchtigkeit bei.
  • Einfache Reinigung: Moos kann bei Verschmutzung einfach ausgewaschen werden.
  • Angenehm für Schnecken: Viele Schneckenarten graben sich gerne in Moos ein und legen ihre Eier darin ab.

Steckbrief: Sphagnum Moos

Für die Haltung von Schnecken auf Moos sollten Sie folgendes beachten:

  • Verwenden Sie hochwertiges Sphagnum Moos aus dem Fachhandel. Billiges Moos aus dem Bastelladen ist oft chemisch behandelt und ungeeignet.
  • Kein Gartenkalk notwendig: Moos gibt keine Säure ab, daher ist kein Kalk erforderlich.
  • pH-Wert Messung nicht nötig: Im Gegensatz zu Erde ist die pH-Wert Messung bei Moos nicht notwendig.
  • Moos einweichen: Gepresstes Sphagnum Moos muss vor der Verwendung in Wasser eingeweicht werden, bis es aufgequollen ist.

Feuchtigkeit von Erde und Moos

Sowohl Erde als auch Moos müssen eine gewisse Grundfeuchtigkeit aufweisen, um die Luftfeuchtigkeit im Terrarium aufrechtzuerhalten. Die Erde sollte feucht, aber nicht nass sein. Sie sollte sich leicht auswringen lassen, ohne dass Wasser herausläuft. Auch Moos sollte feucht, aber fluffig sein. Zu nasser Bodengrund kann die Bildung von Schimmel und Bakterien fördern.

Reinigung des Terrariums

Unabhängig davon, ob Sie Erde oder Moos als Bodengrund verwenden, ist eine regelmässige Reinigung des Terrariums unerlässlich:

  • Tägliche Reinigung: Entfernen Sie täglich Kot und Futterreste aus dem Terrarium.
  • Wöchentliche Reinigung: Reinigen Sie die Glasscheiben mit einem Schwamm und klarem Wasser. Hartnäckige Kotreste können mit einer Klinge entfernt werden.
  • Reinigung von Wasser- und Futterschalen: Reinigen Sie Wasser- und Futterschalen täglich und füllen Sie sie neu.

Verwenden Sie zur Reinigung niemals chemische Reinigungsmittel oder Scheuermittel. Warmes Wasser ist in der Regel ausreichend.

Wann sollte der Bodengrund ausgetauscht werden?

Der Zeitpunkt für den Austausch des Bodengrunds hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Grösse des Terrariums, der Anzahl der Schnecken und der Art des Bodengrunds. Als allgemeine Richtlinien gelten:

  • Erde: Erde sollte ausgetauscht werden, wenn sie matschig wird, unangenehm riecht oder stark mit Springschwänzen oder anderen Kleinstlebewesen überbevölkert ist. Eine Nitratmessung der Erde kann ebenfalls Aufschluss über den Zustand geben. Ein hoher Nitratwert (über 150-250 mg/l) deutet auf eine hohe Belastung mit Fäulnisbakterien hin.
  • Moos: Moos sollte ausgetauscht werden, wenn es zerfällt, nicht mehr fluffig ist oder trotz Auswaschens unangenehm riecht.

Ein unnötig häufiger Bodengrundwechsel sollte vermieden werden, da er das natürliche Gleichgewicht im Terrarium stören und die Schnecken belasten kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Erde ist die beste für Achatschnecken?
Hochwertige Terrarienerde oder reiner Torf, der mit Gartenkalk auf den richtigen pH-Wert gebracht wurde, sind gut geeignet. Vermeiden Sie Blumenerde.
Kann ich Blumenerde für Schneckenterrarien verwenden?
Nein, Blumenerde ist in der Regel gedüngt und enthält schädliche Stoffe für Schnecken.
Wie oft muss ich den Bodengrund wechseln?
Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Achten Sie auf Anzeichen wie Geruch, Konsistenz oder übermässige Verschmutzung. Eine Nitratmessung der Erde kann helfen, den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen.
Ist Moos oder Erde besser für Schnecken?
Beide Optionen haben Vor- und Nachteile. Erde ermöglicht das Eingraben, Moos ist hygienischer und parasitenfreier. Die beste Wahl hängt von den individuellen Bedürfnissen Ihrer Schnecken und Ihren persönlichen Vorlieben ab.
Wie halte ich die Luftfeuchtigkeit im Schneckenterrarium aufrecht?
Ein feuchter Bodengrund (Erde oder Moos) ist die Basis. Regelmäßiges Sprühen mit Wasser hilft zusätzlich, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

Wir hoffen, dieser Artikel hat Ihnen geholfen, den richtigen Bodengrund für Ihr Schneckenterrarium zu wählen. Mit dem richtigen Substrat und der richtigen Pflege schaffen Sie ein gesundes und artgerechtes Zuhause für Ihre Achatschnecken!

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