30/05/2023
Feuchtigkeit im Keller, im Bad oder sogar im Wohnbereich ist ein Ärgernis und kann zu ernsthaften Bauschäden führen. Eine effektive Lösung, um Wände und Böden dauerhaft vor eindringendem Wasser zu schützen, ist die Anwendung von Dichtschlämme. Dieser Artikel beleuchtet alle wichtigen Aspekte rund um dieses vielseitige Abdichtungsprodukt, von der richtigen Schichtstärke bis hin zur optimalen Anwendung.

Was ist Dichtschlämme und wofür wird sie verwendet?
Dichtschlämme ist eine kunststoffvergütete, zementäre Masse, die nach dem Aushärten eine wasserundurchlässige Schicht bildet. Sie wird vor allem zur Abdichtung von Bauwerken und Bauteilen eingesetzt, die dauerhaft oder zeitweise Feuchtigkeit oder Wasser ausgesetzt sind. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig und reichen von der Kellerabdichtung über die Sanierung von Nassräumen bis hin zum Bau von Wasserbehältern und Schwimmbecken.
Konkret eignet sich Dichtschlämme hervorragend für:
- Kellerwände und -böden: Sowohl bei Neubauten als auch bei der Sanierung von Altbauten schützt Dichtschlämme vor Bodenfeuchtigkeit und drückendem Wasser.
- Dusch- und Nassräume: In Badezimmern und Duschen verhindert sie das Eindringen von Wasser in Wände und Böden und schützt so vor Schimmelbildung und Feuchtigkeitsschäden.
- Wasserbehälter und Brunnen: Dichtschlämme kann zur Abdichtung von Trinkwasserbehältern, Zisternen und Brunnen eingesetzt werden und ist dabei unbedenklich für das Trinkwasser.
- Schwimmbecken und Zierteiche: Auch im Außenbereich bewährt sich Dichtschlämme zur Abdichtung von Schwimmbecken, Gartenteichen und anderen Wasseranlagen.
- Balkone und Terrassen: Als Untergrundabdichtung unter Fliesen oder Belägen schützt sie vor eindringendem Regenwasser und Frostschäden.
Dichtschlämme haftet auf einer Vielzahl von mineralischen Untergründen wie Beton, Putz, Estrich, Fliesen, Ziegel, Kalksandstein, Gasbeton und sogar auf Gipsplatten und Holzfaserplatten. Dies macht sie zu einem flexiblen und universell einsetzbaren Produkt für die Bauwerksabdichtung.

Die richtige Schichtstärke von Dichtschlämme
Eine entscheidende Rolle für die Wirksamkeit der Dichtschlämme spielt die korrekte Schichtstärke. Nur wenn die Dichtschlämme in der empfohlenen Dicke aufgetragen wird, kann sie ihre abdichtende Funktion optimal erfüllen. Die benötigte Schichtstärke hängt vom jeweiligen Anwendungsbereich und der zu erwartenden Wasserbelastung ab.
Als allgemeine Richtlinie gilt:
- Bodenfeuchtigkeit: Bei Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit, wie sie in Kellern üblich ist, ist eine Schichtstärke von mindestens 1,2 mm erforderlich. Hersteller empfehlen oft eine Schichtstärke von 2 mm, um eine ausreichende Sicherheit zu gewährleisten.
- Wasserbehälter (bis 5m Tiefe): Für die Abdichtung von Wasserbehältern, die einem Wasserdruck von bis zu 1 bar (entspricht 10 m Wassertiefe) ausgesetzt sind, sollte die Schichtstärke mindestens 2,4 mm betragen.
Es ist wichtig zu beachten, dass dies Mindestangaben sind. In der Praxis ist es oft ratsam, eine etwas dickere Schicht aufzutragen, um eventuelle Unebenheiten im Untergrund auszugleichen und eine noch höhere Sicherheit zu erreichen. Die genauen Angaben zur Schichtstärke und zum Verbrauch finden Sie in den technischen Datenblättern der jeweiligen Produkte.
Tabelle: Schichtstärke und Verbrauch von Dichtschlämme (Beispiel MEM Dicht-Schlämme)
| Abdichtung gegen: | Gesamt Schichtstärke: | Gesamtverbrauch pro m²: |
|---|---|---|
| Bodenfeuchtigkeit | ca. 1,2 mm | ca. 2,0 kg |
| Wasserbehälter (bis 5m Tiefe) | ca. 2,4 mm | ca. 4,0 kg |
Wie lange hält Dichtschlämme dicht?
Die Haltbarkeit einer Dichtschlämme-Abdichtung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Qualität des Produkts, die fachgerechte Verarbeitung und die Belastung durch Feuchtigkeit und Wasser. Hochwertige Dichtschlämmen, wie beispielsweise MEM Dicht-Schlämme, sind auf eine dauerhafte Abdichtung ausgelegt. Bei korrekter Anwendung und unter normalen Bedingungen kann eine Dichtschlämme-Abdichtung viele Jahre, oft Jahrzehnte, ihre Funktion erfüllen.

Um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten, ist es wichtig, die folgenden Punkte zu beachten:
- Untergrundvorbereitung: Der Untergrund muss sauber, tragfähig und frei von losen Teilen sein. Glatte Oberflächen sollten aufgeraut werden, um die Haftung der Dichtschlämme zu verbessern.
- Richtige Verarbeitung: Die Dichtschlämme muss gemäß den Herstellerangaben angerührt und verarbeitet werden. Dies beinhaltet das richtige Mischungsverhältnis von Pulver und Wasser, die Einhaltung der Schichtstärke und die Trocknungszeiten zwischen den einzelnen Schichten.
- Schutz vor Beschädigung: Nach dem Aushärten sollte die Dichtschlämme vor mechanischen Beschädigungen geschützt werden, beispielsweise durch eine Schutzschicht oder einen Belag.
Es ist zu beachten, dass eine Negativabdichtung, also eine Abdichtung von der Innenseite eines Mauerwerks gegen von außen eindringende Feuchtigkeit, immer ein gewisses Risiko birgt. Wenn die Ursache der Feuchtigkeit nicht beseitigt wird, kann sich das Wasser im Mauerwerk weiter ausbreiten und zu Schäden in anderen Bereichen führen. In solchen Fällen ist es ratsam, zusätzlich eine Mauerwerkssperre von außen anzubringen, um das Eindringen von Feuchtigkeit dauerhaft zu stoppen.
Anwendung von Dichtschlämme in der Praxis
Die Anwendung von Dichtschlämme ist mit etwas handwerklichem Geschick auch für Heimwerker machbar. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Untergrund vorbereiten: Lose Putzreste, Farbanstriche und andere nicht tragfähige Schichten entfernen. Glatte Oberflächen aufrauen. Risse und Löcher mit geeignetem Mörtel (z.B. MEM Gummi-Mörtel) verschließen. Der Untergrund sollte feucht, aber nicht nass sein. Bei stark durchfeuchtetem Untergrund diesen vorher mit einem Schnellzement (z.B. MEM Wasser-Stop) trocknen.
- Voranstrich aufbringen (optional): Für eine bessere Haftung, insbesondere auf schwierigen Untergründen, kann ein Voranstrich mit einer Haftgrundierung (z.B. MEM Super-Haftgrund) empfehlenswert sein.
- Dichtschlämme anrühren: Das Dichtschlämme-Pulver unter Rühren in sauberes Wasser geben, bis eine streichfähige oder spachtelfähige Konsistenz erreicht ist. Ein Rührquirl erleichtert das Mischen erheblich. Je nach gewünschter Konsistenz variiert die Wassermenge (streichfähig: ca. 9 Liter Wasser pro 25 kg, spachtelfähig: ca. 5 Liter Wasser pro 25 kg).
- Erste Schicht auftragen: Die Dichtschlämme mit einem Quast, einer Bürste oder einer Kelle in frisch in frisch auf den Untergrund auftragen. Achten Sie auf eine gleichmäßige Schichtstärke.
- Trocknungszeit beachten: Die erste Schicht sollte je nach Witterung ca. 8 Stunden trocknen, bevor die nächste Schicht aufgetragen wird.
- Zweite (und ggf. dritte) Schicht auftragen: Für eine ausreichende Abdichtung sind in der Regel zwei Schichten Dichtschlämme erforderlich, bei hoher Wasserbelastung eventuell auch drei. Die zweite Schicht ebenfalls gleichmäßig auftragen.
- Aushärtung: Die Dichtschlämme muss während der Aushärtungsphase (ca. 12 Stunden) vor Frost, Nässe und starker Sonneneinstrahlung geschützt werden. Bei starker Sonneneinstrahlung die Fläche gegebenenfalls feucht halten.
- Weiterbearbeitung: Nach dem vollständigen Aushärten kann die Fläche mit Putz, Farbe, Fliesen oder anderen Belägen weiterbearbeitet werden. Ein Haftanstrich vor dem Verputzen oder Verfliesen kann die Haftung verbessern.
Wichtige Eigenschaften von Dichtschlämme
Dichtschlämme zeichnet sich durch eine Reihe von Eigenschaften aus, die sie zu einem idealen Abdichtungsprodukt machen:
- Wasserdicht: Nach dem Aushärten bildet sie eine zuverlässige Barriere gegen Wasser und Feuchtigkeit.
- Rissüberbrückend: Viele Dichtschlämmen sind rissüberbrückend und können leichte Bewegungen und Spannungen im Untergrund ausgleichen, ohne ihre Dichtigkeit zu verlieren.
- Atmungsaktiv und dampfdurchlässig: Trotz ihrer Wasserdichtigkeit ist Dichtschlämme in der Regel atmungsaktiv und dampfdurchlässig. Dies ermöglicht einen gewissen Feuchtigkeitsaustausch und beugt der Bildung von Kondenswasser im Bauteil vor.
- Faser- und kunststoffvergütet: Die Zugabe von Fasern und Kunststoffen verbessert die Eigenschaften der Dichtschlämme, insbesondere die Rissüberbrückung und die Haftung.
- Innen und außen anwendbar: Dichtschlämme kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden.
- Auf feuchten Untergründen anwendbar: Viele Produkte können sogar auf leicht feuchten oder nassen Untergründen verarbeitet werden, was die Anwendung in feuchten Kellern oder Nassräumen erleichtert.
- Meerwasserbeständig: Einige Dichtschlämmen sind sogar meerwasserbeständig und eignen sich daher auch für Anwendungen in Küstennähe oder im maritimen Bereich.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Dichtschlämme
- Welche Schichtstärke ist für die Kellerwandabdichtung empfehlenswert?
- Für die Abdichtung von Kellerwänden gegen Bodenfeuchtigkeit wird eine Schichtstärke von mindestens 1,2 mm, idealerweise 2 mm empfohlen.
- Kann Dichtschlämme auch auf Holz und Holzfaserplatten verwendet werden?
- Ja, Dichtschlämme haftet auch auf Holz und Holzfaserplatten. Ein Voranstrich mit einer Haftgrundierung kann die Haftung verbessern.
- Wie bereite ich den Untergrund optimal vor?
- Der Untergrund sollte sauber, tragfähig, fettfrei und leicht feucht sein. Lose Teile entfernen, glatte Flächen aufrauen und Risse und Löcher verschließen.
- Wie lange dauert die Trocknungszeit von Dichtschlämme?
- Die Trocknungszeit zwischen den Schichten beträgt ca. 8 Stunden, die vollständige Aushärtung dauert ca. 12 Stunden. Die genauen Zeiten können je nach Produkt und Witterungsbedingungen variieren.
- Kann Dichtschlämme überstrichen oder verputzt werden?
- Ja, nach dem Aushärten kann Dichtschlämme mit Zement-, Kalk- oder Sanierputz, Farbe oder anderen geeigneten Belägen versehen werden. Ein Haftanstrich vor dem Verputzen oder Verfliesen kann die Haftung verbessern.
Fazit
Dichtschlämme ist ein vielseitiges und effektives Produkt zur dauerhaften Abdichtung von Bauwerken und Bauteilen. Ob im Keller, im Bad oder im Außenbereich – mit der richtigen Anwendung und Schichtstärke bietet sie zuverlässigen Schutz vor Feuchtigkeit und Wasser. Achten Sie bei der Auswahl auf hochwertige Produkte und befolgen Sie die Herstellerangaben für eine optimale Verarbeitung und ein langanhaltendes Ergebnis. So können Sie Feuchtigkeitsschäden effektiv vorbeugen und den Wert Ihrer Immobilie erhalten.
