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Spaghetti-Runde: Hochtouren-Erlebnis in den Alpen

17/04/2021

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Die Spaghetti-Runde in den Walliser Alpen ist ein Begriff, der Abenteuerlustige und Bergsteiger gleichermaßen in seinen Bann zieht. Diese hochalpine Durchquerung, die sich über fünf Tage erstreckt und zehn beeindruckende Viertausender Gipfel einschließt, ist ein unvergessliches Erlebnis. Mit über 4.000 Höhenmetern im Aufstieg und 5.000 im Abstieg ist diese Tour nicht nur zahlenmäßig beeindruckend, sondern bietet auch spektakuläre Eindrücke in einer der schönsten Regionen der Alpen. Wer das Glück hat, gutes Wetter zu erwischen, wird mit einer alpinen Erfahrung belohnt, die ihresgleichen sucht.

Was ist die Spaghetti-Runde in den Alpen?
Die Spaghetti-Runde ist eine Hochtouren-Durchquerung der Walliser Alpen, die im Grenzgebiet zwischen Italien und der Schweiz verläuft. Sie startet bei der Bergstation Klein Matterhorn und führt in fünf Tagen zur Station Rotenboden der Gornergrat Bahn. Am Weg sammelt man einen 4.000er nach dem anderen.
Inhaltsverzeichnis

Was ist die Spaghetti-Runde?

Die Spaghetti-Runde ist eine Hochtouren-Durchquerung durch die Walliser Alpen, die sich hauptsächlich im Grenzgebiet zwischen Italien und der Schweiz befindet. Sie beginnt in der Nähe von Zermatt, genauer gesagt an der Bergstation Klein Matterhorn, und endet fünf Tage später an der Station Rotenboden der Gornergrat Bahn. Der Name „Spaghetti-Runde“ leitet sich von den italienischen Hütten ab, in denen man während der Tour übernachtet. Obwohl der Name kulinarische Assoziationen weckt, geht es hier primär um ein intensives alpines Erlebnis in einer grandiosen Gletscherlandschaft.

Tourdetails im Überblick

Um Ihnen einen schnellen Überblick über die wichtigsten Eckdaten der Spaghetti-Runde zu geben, hier eine Zusammenfassung:

MerkmalDetails
LageSchweiz / Wallis / Walliser Alpen
AusgangspunktZermatt
Tourdaten5 Tage, ca. 45 km, ca. 4.350 Höhenmeter Aufstieg, ca. 5.000 Höhenmeter Abstieg
Höchster PunktSignalkuppe (4.554 Meter)
Schwierigkeit (SAC-Hochtourenskala)WS+ (wenig schwierig bis mäßig schwierig) – technisch wenig schwierig
SchlüsselstellenFlanke auf den Il Naso, Kletterei im Gipfelbereich des Schwarzhorns
Empfohlene MonateJuli bis August (je nach Verhältnissen)

Die beste Zeit für die Spaghetti-Runde

Generell wird empfohlen, die Spaghetti-Runde im Juli zu unternehmen. Zu dieser Zeit sind die Bedingungen in der Regel am stabilsten, und die Gletscher sind in gutem Zustand. Allerdings können die Verhältnisse von Jahr zu Jahr variieren, insbesondere in Bezug auf die Schneemenge und die Eisbildung. Wie im Erfahrungsbericht beschrieben, kann auch der August eine ausgezeichnete Zeit für die Tour sein, besonders nach einem langen Winter, in dem die Schneeverhältnisse länger anhalten.

Es ist wichtig, die aktuellen Wetterbedingungen und Verhältnisse vor Ort zu überprüfen, bevor man die Tour antritt. Lokale Bergführer und Hüttenwirte können wertvolle Informationen liefern. Ein stabiles Hochdruckgebiet mit sonnigem Wetter ist ideal für die Spaghetti-Runde, da es die Sicherheit erhöht und die atemberaubenden Ausblicke maximiert.

Tagesetappen der Spaghetti-Runde

Die Spaghetti-Runde ist in fünf Tagesetappen unterteilt, die jeweils unterschiedliche Herausforderungen und Höhepunkte bieten. Hier ist eine Übersicht der einzelnen Tage mit den wichtigsten Gipfeln, Höhenmetern und Distanzen:

TagGipfelAufstieg (ca.)Abstieg (ca.)Distanz (ca.)
1Breithorn600 hm1.000 hm7 km
2Castor850 hm640 hm5 km
3Il Naso, Ludwigshöhe, Schwarzhorn, Balmenhorn, Vincent Pyramide1.200 hm1.200 hm11 km
4Parrotspitze, Zumsteinspitze, Signalkuppe1.200 hm250 hm6 km
5Abstieg500 hm2.050 hm16 km
Gesamt4.350 hm5.140 hm45 km

Bitte beachten Sie, dass dies Richtwerte sind und die tatsächlichen Werte je nach Route und Kondition variieren können. Detaillierte Informationen zum genauen Tourenverlauf sind bei verschiedenen Anbietern und in Tourenprogrammen erhältlich.

Highlights der Spaghetti-Runde

Die Spaghetti-Runde ist reich an unvergesslichen Momenten und beeindruckenden Naturschauspielen. Hier sind einige der herausragenden Highlights, die diese Tour so besonders machen:

1. Überschreitung des Castor

Der Castor ist ein wahrhaft genialer Berg und für viele das absolute Highlight der Tour. Sein wunderschön geschwungener Firngrat ist ein alpiner Traum, und das Panorama vom Gipfel ist schlichtweg phänomenal. Der Blick auf den benachbarten Lyskamm ist besonders beeindruckend und bleibt garantiert in Erinnerung. Die Überschreitung des Castor ist technisch anspruchsvoll, aber mit entsprechender Erfahrung und Ausrüstung ein unvergessliches Erlebnis.

2. Übernachtung auf der Capanna Regina Margherita

Ein weiteres, unvergleichliches Highlight ist die Übernachtung auf der Capanna Regina Margherita, der höchstgelegenen Schutzhütte Europas. Auf 4.554 Metern gelegen, bietet diese Hütte nicht nur Schutz vor den Elementen, sondern auch einen atemberaubenden Tiefblick in die 2.000 Meter hohe Monte-Rosa-Ostwand. Die Sonnenauf- und -untergänge, die man von der Terrasse dieser Hütte erleben kann, sind von unbeschreiblicher Schönheit und ein unvergessliches Naturschauspiel.

3. Überschreitung der Parrotspitze

Ähnlich beeindruckend wie der Castor ist die Überschreitung der Parrotspitze. Dieser lange und wunderschöne Grat lässt das Herz jedes Bergsteigers höherschlagen. Die ausgesetzte Lage und die spektakulären Ausblicke machen die Überschreitung der Parrotspitze zu einem weiteren unvergesslichen Gipfelerlebnis auf der Spaghetti-Runde.

4. Abstieg am Grenzgletscher

Der Abstieg am Grenzgletscher mag zunächst unspektakulär klingen, aber er entpuppt sich als ein Highlight eigener Art. Der ständige Blick auf das majestätische Matterhorn und die beeindruckenden Gletscherbrüche machen diesen letzten Tag der Tour zu einem besonderen Erlebnis. Die wilde und unberührte Gletscherlandschaft bietet immer wieder neue Perspektiven und Fotomotive.

5. Der Kaffee auf den Hütten

Ein unerwartetes, aber nicht minder geschätztes Highlight ist der Kaffee auf den hochalpinen Hütten. Es mag überraschen, aber auf diesen abgelegenen Orten auf über 3.000 oder 4.000 Metern Höhe wird oft Kaffee aus Siebträgermaschinen serviert. Dieser Genuss, inmitten der alpinen Hochwelt, ist ein wahrer Luxus und eine willkommene Stärkung nach anstrengenden Aufstiegen.

Voraussetzungen und Vorbereitung

Die Spaghetti-Runde ist zwar technisch nicht extrem schwierig, aber sie stellt dennoch hohe Anforderungen an die Teilnehmer. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und sicheres Gehen mit Steigeisen sind absolute Grundvoraussetzungen. Immer wieder bewegt man sich auf ausgesetzten Graten und muss steile Hänge überwinden.

Ebenso wichtig ist eine ausgezeichnete Kondition. Die Tagesetappen können bis zu 8 Stunden reine Gehzeit umfassen, und die Aufstiege erreichen bis zu 1.200 Höhenmeter. Die Höhe spielt dabei eine entscheidende Rolle. Über 4.000 Metern steht dem Körper deutlich weniger Sauerstoff zur Verfügung, was die Anstrengung erheblich erhöht. Eine gute Akklimatisation vor der Tour ist daher sehr empfehlenswert. Idealerweise sollte man bereits einige Tage in höheren Lagen verbracht oder vorher eine Akklimatisierungstour unternommen haben.

Kosten der Spaghetti-Runde

Die Spaghetti-Runde ist kein günstiges Vergnügen. Zu den Kosten für den Tourenanbieter (falls man eine geführte Tour bucht) kommen noch weitere Ausgaben hinzu. Hüttenübernachtungen schlagen mit etwa 70 Euro pro Nacht zu Buche. Die Kosten für Bergbahnen können sich auf rund 130 Euro summieren. Hinzu kommen die Anreise in die Schweiz, Getränke und Snacks auf den Hütten sowie ein angemessenes Trinkgeld für den Bergführer. Insgesamt können die Kosten für die Spaghetti-Runde schnell über 2.000 Euro pro Person liegen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Für wen ist die Spaghetti-Runde geeignet?
Die Spaghetti-Runde ist ideal für erfahrene Bergsteiger mit guter Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Erfahrung im Gehen mit Steigeisen und Hochtourenausrüstung ist erforderlich.
Ist eine geführte Tour empfehlenswert?
Für weniger erfahrene Hochtourengeher ist eine geführte Tour sehr empfehlenswert. Ein Bergführer sorgt für Sicherheit, kennt die Route bestens und kann wertvolle Tipps geben.
Welche Ausrüstung benötige ich für die Spaghetti-Runde?
Zur Standard-Hochtourenausrüstung gehören: Steigeisen, Pickel, Gurt, Seil (in der Regel vom Bergführer gestellt), Hochtourenschuhe, wetterfeste Kleidung, Handschuhe, Mütze, Sonnenbrille, Sonnenschutz, ausreichend Verpflegung und Getränke.
Wie schwierig ist die Spaghetti-Runde technisch?
Die Spaghetti-Runde wird als technisch wenig schwierig bis mäßig schwierig (WS+) eingestuft. Es gibt jedoch einige Schlüsselstellen, die Trittsicherheit und Erfahrung erfordern. Die Höhe und die Länge der Tour machen sie dennoch anspruchsvoll.
Muss ich mich vor der Tour akklimatisieren?
Ja, eine gute Akklimatisation ist sehr wichtig, um Höhenkrankheit vorzubeugen und die Tour genießen zu können. Verbringen Sie idealerweise einige Tage vor der Tour in höheren Lagen.

Fazit

Die Spaghetti-Runde ist ein einmaliges Erlebnis und ein hervorragender Einstieg in die Welt der 4.000er. Sie bietet eine perfekte Kombination aus alpiner Herausforderung, atemberaubender Natur und unvergesslichen Gipfelmomenten. Wer die genannten Voraussetzungen erfüllt und sich gut vorbereitet, wird mit dieser Tour ein unvergessliches Hochtouren-Abenteuer in den Walliser Alpen erleben. Das Wallis ist eine grandiose Region für Bergsteiger, und die Spaghetti-Runde gehört zweifellos zu den schönsten und lohnenswertesten Touren, die man in der Schweiz unternehmen kann.

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